Rechtfertigungsbrief an die Miliz von Amakna!, Ich bin doch nur provoziert worden! |
Rechtfertigungsbrief an die Miliz von Amakna!, Ich bin doch nur provoziert worden! |
Mitglied
Tofu-Streichler![]() |
5 Okt 2009, 10:36
| #1
Rechtfertigungsbrief an die Miliz von Amakna!
Sehr geehrte Damen und Herren,
in einem Brief vom vorgestrigen Tage teilten sie mir mit, dass ein "gewisser, namentlich nicht näher genannter Écaflip" Anzeige gegen mich wegen Körperverletzung und Beleidigung erstattet hätte und dass ich deswegen bitte zur Miliz kommen und Stellung zu den Vorwürfen nehmen soll. Da ich im Moment aber leider krank in meinem (übrigens recht kuschligen) Katzenkörbchen liege und mich auf Anweisung meiner Haus-Eniripsa am ganzen Körper mit einer mehr als übelriechenden Salbe eincremen musste, sehe ich mich gezwungen, schriftlich Stellung zu nehmen, denn wenn ich in diesem Zustand auf die Strasse ginge, wäre mir eine weitere Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses gewiss. Am 28. letzten Monats jagte ich in Tainéla gerade einer Horde Fresssäcke hinterher. Meine rosarote Klaue kam grosszügig zum Einsatz und binnen kurzer Zeit war aus den flauschigen Wollknäueln (haben sie schon mal mit einem zahmen Fresssack gekuschelt? Herrlich!) ein Haufen Schaschlik geworden. Nun machte ich mich an das Plündern der sterblichen Überreste - Wolle, Hufe, Hörner und auch einige Phiolen Blut wanderten in meinen Rucksack. Als ich gerade die Wolle in meinen Beutel steckte, spürte ich es: ein Kribbeln, gefolgt von einem beissenden Schmerz in meinem linken Unterarm. Mir war sofort klar, was passiert war und ich fluchte herzhaft: einer der Fresssäcke hatte Flöhe gehabt - und die waren nun aus der Wolle in mein schneeweisses Fell übergesprungen! Zunächste wollte ich das ganze mit einem Schulterzucken abtun - EIN Floh ist nichts weiter schlimmes, aber meine Frau lässt mich nicht mehr in ihr Bett, wenn ich auch nur einen Floh habe! Und als ich dann mehrere Bisse am ganzen Körper spürte, wusste ich, dass ich WIRKLICH in Schwierigkeiten steckte - es war nicht nur EIN Floh, sondern eine ganze Armada von Flöhen, die da auf mir herumhüpfte und nach Herzenslust zubiss. Ich bildete mir sogar ein, eine feine Stimme schreien zu hören: "Alle Mann Angriiiiiiiff!" Nun begann eine zugegebenermassen peinliche Vorstellung. Ich begann einen wahren Veitstanz aufzuführen und scharrte mit glücklicherweise eingefahrenen Krallen wie wild an mir herum, um die Biester zu vertreiben. Als das nichts half, warf ich mich ins Gras und rollte herum, um mir wenigstens Milderung zu verschaffen, wenn ich die Armada schon nicht vertreiben konnte. Irgendwo im hintersten Winkel meines Hirns war mir klar, dass ich durch mein Herumgerolle wie eine rollige Maunzmiez aussehen musste, aber das war mir in dem Moment egal. Aus dem Augenwinkel bemerkte ich einen männlichen Écaflip, der offenbar durch das Getöse angelockt worden war und mich nun mit offenkundiger Lust beobachtete. Fragen Sie mich bitte nicht, wieso ich von offenkundig spreche - Sie sollten begreifen warum, ausser Sie sind ein Iop. Im Nachhinein kann ich es ihm nicht verübeln - ich bin bei aller Bescheidenheit eine recht hübsche Écaflip und mein Herumgerolle muss wirklich wie Läufigkeit ausgesehen haben; das entschuldigt jedoch nicht, was dann passierte. Schliesslich fiel mir ein, dass ganz in der Nähe ein kleiner Teich war; ich rappelte mich auf, rannte hin und hechtete in höchster Not hinein. Sofort tauchte ich unter und diesmal hörte ich ganz deutlich eine feine Stimme schreien: "Alle Mann in die Boote!". Endlich liessen die Flöhe mangels Sauerstoff von mir ab und ertranken, da sie keine Boote finden konnten. Eine Weile blieb ich unter Wasser und liess meine zerbissene Haut kühlen. Als ich nach Luft keuchend wieder auftauchte und ans Ufer kletterte, stand da derselbe Écaflip von vorhin und grinste mich ölig und lüstern an. Als er mich so anstarrte, wurde ich mir peinlich meiner durchweichten Kleidung bewusst, die sich nun an meinen Körper schmiegte und nur wenig der Phantasie überliess. Dass er die Frechheit hatte, mich derartig anzustarren, konnte ich entschuldigen - wie ich schon sagte bin ich sehr schön, aber was danach kam, schlug dem Fass den Boden aus: er griff sich ungeniert und demonstrativ in den Schritt und fragte mich mit widerlichem Hüftschwung, ob ich mich immer so abkühlen würde, wenn ich in "Katerstimmung" sei. Als er mich dann noch vorgetäuscht beleidigt fragte, ob er mir nicht gut genug sei, war das Mass voll. Ich starrte ihn verblüfft ein paar Sekunden an, ehe die Scham aus dem vorhergehenden Flohgebeisse und den daraus folgenden Handlungen sich mit dem Zorn über seine Äusserung und Körpersprache verbündete und meinen Verstand auslöschte. Mit ärgerlichen Fauchen und ausgefahrenen Krallen stürzte ich mich auf ihn. Ich erspare mir hier die Darstellung der darauffolgenden sinnlosen Gewalt. Lassen Sie Ihre Phantasie spielen, ausserdem haben Sie bestimmt ein ärztliches Attest gesehen. Und deswegen liege ich nun hier in meinem sicheren und heimeligen Körbchen. Meine völlig zerbissene Haut musste ich eincremen und kann so nicht auf die Strasse gehen. Mir ist klar, dass meine Handlungen wie ein unprovozierter Angriff ausgesehen haben müssen, aber unter den Umständen konnte ich einfach nicht anders, als in der geschilderten Weise zu reagieren. Versuchen Sie doch einmal, sich in meine Situation zu versetzen: einer verheirateten Écaflip stösst etwas absolut peinliches zu, und dann werden sie auch noch von jemandem mehr als offensichtlich und blöd angemacht, weil er die Situation (absichtlich(?)) falsch interpretiert. Mir tut nicht leid was ich getan habe, nur eines hätte ich vielleicht sein lassen sollen. Ehe ich schliesslich ging, sagte ich ihm über die Schulter noch, dass er, wenn er denn so weitermachen würde, sich besser schon einmal die "Stiefel des geprügelten Katers" zulegen sollte, denn dies würde bei seiner Einstellung nicht der einzige derartige Vorfall sein. Aber mich deswegen gleich der Beleidigung bezichten? Also wirklich! Es wäre mir mehr als lieb, wenn sie bei der Bewertung des Vorfalls auch meine Version der Ereignisse in Erwägung ziehen würden. Hochachtungsvoll, Kratzfurie Der Beitrag wurde von Ranko-Saotome bearbeitet: 5 Okt 2009, 14:11 |
| Vereinfachte Darstellung | Aktuelles Datum: 23 November 2009, 00:06 |