Community Webseite Heroic Forum
Die dunklen Schatten der Wälder
 Lutzifersfrie...
Mitglied Fresssack-Züchter
*
Beitrag 9 Aug 2009, 23:17 | #1
Die dunklen Schatten der Wälder Heyhey,

eine eigene Geschichte zu erfinden und zu schreiben ist nicht leicht, ich habe es dennoch versucht und hier ist das Ergebnis. Das Geschehen habe ich frei erfunden, so gut wie alle Charaktere sind in Dofus wirklich vorhanden, ein paar habe ich mich aber auch ausgedacht. Falls Rechtschreibfehler vorhanden sind möchte ich mich Entschuldigen.
Viel Spaß beim Lesen.


Die dunklen Schatten der Wälder


Kapitel 1: Die Eilnachricht

Der sanft wehende Wind lies die Blätter des vertrockneten Baumes friedlich rascheln, ein Truter schnaubte zufrieden, während ein Anderer genüsslich auf dem Frischen Heu knabberte. Im verdörrten Gras neben einem Pfosten der Koppel saß sie, Sabibi, eine junge Eniripsa, wie jeden Tag saß sie an dieser Koppel und schaute sich die Dracotruter eines Brakmarischen Züchters an. Sie war fasziniert von der Größe und der Stärke dieser Tiere, jedoch auch von der Ruhe die sie zugleich ausstrahlten.

Doch lange konnte sie hier heute nicht mehr bleiben, ihre Arbeit rief. Rasch stand sie auf, winkte den Trutern zum Abschied „Bis Morgen“ murmelte sie traurig und rannte Richtung Bäckerei. Einige Brakmarische Krieger winkten ihr freundlich zu, als sie jedoch an der Miliz vorbei rannte bemerkte sie, das der Krieger Jack Rottance wieder einmal in der Ecke saß und schlief, anstatt das große Tor der Miliz zu bewachen. „Jeden Tag das Selbe…“ murmelte sie leise, holte tief Luft und schrie „…AUFSTEHEN…ey du Faulpelz an die Arbeit oder willst du das Oto Mustam mitkriegt, dass du hier am Schlafen bist“. In einem Sprung stand der groß gebaute Krieger auf, schaute auf die Eniripsa herab und grummelte „Willst du Zwerg, Mir Jack Rottance etwa sagen was ich zu tun hab?“. „Ja!“ antwortete sie schnell, etwas beängstigt von dem bösen Blick den er ihr nun zu warf nahm sie ihre Beine in die Hand und rannte davon.

Vorbei an dem Gasthaus „Bei Djaul“, dem Verkaufsstand der Schneider, einigen Koppeln, durch mehrere enge Gassen, bis sie schließlich an der Bäckerei angekommen war. Es begann bereits dunkel zu werden. Kaum angekommen lies der Bäckermeister Stutar, der wie üblich mies gelaunt war, seinen Frust über die mangelnden Einnahmen an Sabibi aus, drückte ihr einige Bestellungen in die Hand und schrie ihr genervt ins Gesicht „Die Bestellungen werden erledigt und zwar SOFORT, Gnade dir Göttin Nehra wenn sie nicht erledigt sind bis ich zurück bin. Ich muss nach Astrub, habe vorhin eine Eilnachricht bekommen. Ich weiß nicht wann ich wieder zurück bin, aber häng wenn du fertig bist das Geschlossen-Schild an die Tür. Bis dann.“ Angewidert vom Speichel der ihr nun, im Gesicht klebte antwortete sie mit einem kurzen „ Aie, aie Sir“, doch er war bereits zur Tür hinaus.

"Was stand wohl in dem Brief?... es muss irgendetwas sehr wichtiges gewesen sein, sonst bewegt er sich doch auch nicht so schnell, naja ich muss an die Arbeit.“ Also schnappte sie sich ihr Nudelholz und fing damit an, die erste Bestellung zu erledigen. Zum Glück waren es nur zwei Bestellungen. –ein Multigli- sie stapfte zum Vorratsraum, aus dem wunderbare Gerüche kamen… Erdbeeren… Gelees… Gewürze... alles was man gerne roch, schnappte sich einige Gelees und brachte sie zur Backstube. In einem großen Rezeptbuch fand sie das Rezept für ein Multigli. Eine sehr seltene Bestellung die eine Geheimrezeptur benötigt. –zwei rote Gelees… drei grüne Gelees… und vier blaue Gelees… alles zusammen mischen und in den Backofen für eine Minute geben- „Das ist ja einfach“ dachte sie… acht Versuche später gelang es ihr dann endlich. „Ohje, genau eine Minute… nächstes Mal schätze ich nicht ungefähr die Zeit sondern zähle gleich genau mit“ lachend schaute sie sich die zweite Bestellung an –zweihundert Vollkornbrote- „Ach das übliche für die Miliz“ sogleich stapfte sie wieder in den Vorratsraum und brachte die Zutaten in die Backstube, dieses Mal brauchte sie kein Rezept zu suchen, –eine Bäckerhefe… ein Weizen… ein Weizenmehl… und ein Wasser- das Rezept war leicht zu merken wenn man jeden Tag Vollkornbrote backen musste.

Sie arbeitete die ganze Nacht über. Und endlich, als die Morgendämmerung anbrach waren alle Brote gebacken. Sabibi wischte sich das Mehl aus dem Gesicht und ging zur Tür hinaus. Unter einem Fenster der Bäckerei machte sie es sich auf einer alten Bank aus Chafer-Knochen und Walnussholz bequem, da sie noch auf Blesa, die Köchin der Miliz, warten musste, die die zweihundert Vollkornbrote noch abholen musste. Heute war es außergewöhnlich Still, in Brakmar war es immer ziemlich Still, doch heute war es fast schon zu Still für Sabibi´s Geschmack. Man spürte förmlich den Tod der zwischen den Gassen umher schlich. Plötzlich vernahm sie das Knistern eines Astes der Zerbrach als jemand darauf trat. „Wer ist da?“ fragte die Eniripsa verängstigt und sah zitternd in die Richtung aus der das Knistern kam. Eine weiße Gestalt huschte um die Ecke. „Hallo Bibi, hast du die Brote schon fertig?“ es war Blesa. Die Sacrieurin schaute freundlich lächelnd zu Sabibi, diese antwortete etwas zögernd vom Schrecken der sie durchfuhr „Heyhey… ehm… die Brote hab ich bereits in den Karren getan.“ „Super, Danke“. Blesa schnappte sich den Karren ,gab Sabibi die Kamas „Man sieht sich.“, dann sie lief davon. Die immer noch sichtlich geschockte Eni brachte stotternd nur ein „Byebye“ heraus und schaute der Sacrieurin hinterher.


*Ende Kapitel 1*


Kapitel 2: Von Blut, Erinnerungen und Dracotrutern

Vom Aufprall des schwer gepanzerten Körpers ertönte ein grausames Knirschen, man hörte wie die Knochen des bontarianischen Söldners dem Druck nicht standhalten konnten und schließlich auseinander brachen. Benommen lag er am Boden, schaute zu der Sadida auf und krächzte nur „Miststück.“, diese holte mit ihrem Stecken zum Schlag aus und gab ihm den Gnadenstoß. Ein von Schmerzen angetriebener Schrei, ein letzter Atemzug und der leblose Körper brach zusammen. Zerfetzte Voodoo-Püppchen, abgeschnittene Ranken, Blut, der leblose Körper des bontarischen Söldners und mittendrin Sahpira. Sie wischte sich das Blut mit einem Tuch aus dem Gesicht und stupste den Bontarianer mit dem Fuß an um zu nachzusehen ob er auch wirklich tot war. Er rührte sich nicht. Aus ihrer Tasche zog sie einen kleinen Dolch Ramougres Einfassmesser, kniete sich nieder und schnitt das Milizabzeichen, das an der Rüstung des Söldners befestigt war, ab.

Oto Mustam der Chef der Miliz Brakmars hatte sie hier her geschickt, sie sollte ihm zehn bontarische Milizabzeichen bringen und ein Artefakt aus der Bibliothek klauen. Neun Abzeichen hatte sie nun schon. Sahpira beschloss aber erst einmal zur Bibliothek zu gehen, irgendein Schwächling wird ihr schon noch über den Weg laufen dem sie ein Abzeichen abnehmen kann. Um schneller voran zu kommen, zog sie ihre Grillerpfeife aus der Tasche, pustete zweimal hinein und vor ihr entstand eine Rauchwolke. Als diese verzogen war stand TamiMah, ein Purpur-Dracotruter, vor ihr und wartete darauf geritten zu werden. Sahpira bastelte vorsichtshalber einige Voodoo-Puppen und verstaute diese in den Satteltaschen, dann schwang sie sich auf den Rücken des Truters und trieb ihn mit den Sporen an.

In einer kleinen Seitenstraße kurz vor der Bibliothek machte sie eine Pause um Kraft und Konzentration für diesen Diebstahl zu sammeln. Dann spürte sie die Anwesenheit eines Bontas. Sie schaute sich um… Nichts… Plötzlich riss sie etwas vom Dracotruter, hielt sie von hinten fest. Sie wehrte sich mit Händen und Füßen, als ihr jedoch Glissandolche an die Kehle gedrückt wurden hielt sie still. „Ich, Viridis, hab gesehen was du mit dem Söldner vorhin getan hast…“ flüsterte ihr eine raue, ruhige, weibliche Stimme, wie sie nur Srams haben, ins Ohr „… ich könnte dir die gleichen Schmerzen zufügen und dir jeden einzelnen Knochen brechen oder dich gleich hier abstechen und keiner würde es merken...,“ „Den Versuch würde ich gerne sehen, in einem fairen Kampf mach ich dich fertig.“ kichernd drückte Viridis, Sahpira von sich weg und ging einige Schritte beiseite.

Nun erkannte die Sadida eine große Sram. Sie trug einen weißen, leicht zerfetzten Mantel der Bonta Miliz, darunter erkannte sie die glänzende Rüstung Bontas. „Bist du bereit?“ fragte die Sram siegessicher „Ich warte nur auf dich.“ Antwortete Sahpira rasch. „Force par invisibilitè,“ flüsterte die Sram und wurde Unsichtbar. Die Sadida nahm eine Blockpuppe aus der Satteltasche „Voodoo cirer,“ sie erwachte zum Leben und suchte nach der Sram. Einen Augenblick später lagen die Reste der Puppe überall auf dem Boden verteilt. Die Sram schlich sich immer näher an die Sadida heran. „Wo ist sie nur?“. Ein leichter kaum wahrnehmbarer Wind kam auf, doch eine Sadida bemerkte jede noch so kleine Veränderung der Natur. So schnell wie der Wind auch kam verschwand er wieder, das Gras einige Meter weiter flatterte aber dennoch sanft im Wind. „Das muss sie sein, das ist sie, Viridis.“ Diese holte aus um Sahpira mit den Dolchen zu erstechen „Mach dich bereit zum St… WAS… was passiert hier?“ Ranken schlängelten sich zwischen ihren Beinen entlang und umwickelten ihren ganzen Körper sodass sie sich nicht mehr bewegen konnte. „Wie konnte das passieren?“ Sahpira lachte, schnappte sich ihren Dolch und schnitt das Milizabzeichen von der Rüstung ab „Danke für das Abzeichen.“ „Wie zum Teufel hast du das gemacht?... SAG ES MIR!“ „Vergiss es, Auf Wiedersehen.“ Die Sadida pustete einmal in die Grillerpfeife, erneut stieg eine Rauchwolke auf doch dieses Mal verschwand der Truter. Dann lief sie weiter in Richtung Bibliothek. Die Sram knurrte ihr hinter und fing an sich aus den Ranken zu kämpfen…


______________________



Sie stand auf, hängte das „Geschlossen-Schild“ an die Tür und macht sich auf den Weg nach Hause. Seitdem vor einigen Jahren ihre gesamte Familie ermordet wurde lebte sie hier. Eine kleine verlassene Hütte an dem Verkaufsstand der Schnitzer. In der Hütte war nicht viel aber eine kaputte Standuhr, einige kaputte Schränke umwickelt von Spinnenweben und Regale voll mit alten, staubigen Büchern, ein gut erhaltener Ofen, mehrere Tische und Schemel, leere Bierfässer und eine Leiter, die in einen dunklen Raum führte. Bislang ging Sabibi nie in diesen Raum, die Geräusche, die Dunkelheit und der Gestank von Aas lies jedes mal ihre Knie weich werden als sie versuchen wollte hinunter zuklettern.

Als sie ankam begab sie sich gleich zum Ofen, mischte einige Zutaten und schob alles in den warmen Ofen. Dann warf sie sich auf einen Sack Mehl, Deckte sich mit einem warmen Fresssackfell zu und schlief ein. Einige Stunden später kitzelte ein wunderbarer Duft ihre Nase und weckte sie sanft. Die Kekse sie waren fertig. Sabibi nahm sie aus dem Ofen und stellte sie zum Abkühlen auf einen Tisch aus Kastanienholz der neben dem Ofen stand, danach lief sie zu einem Schrank um eine Tasche heraus zu holen. Als sie die schwere Schranktür öffnete sah sie ihren Däumlingsklopfer, schlagartig spielte sich ein Film in ihrem Kopf ab. –Blut an den Wänden… dem Boden… überall… die dunklen Schatten… die einen nach dem anderen aus ihrer Familie auf eine bestialische Art und Weise hinrichteten… ihre Flucht vor den Mördern… den Kampf zwischen ihr und einem der Schatten…- alles was sie Jahrelang unterdrückt hatte spielte sich soeben wieder in ihrem Kopf ab. Seitdem sie mit ihrem Hammer einen der Schurken erschlug, rührte sie ihn nicht mehr an. Der Tod er war einfach zu grausam, die Angst jemanden genau so innerlich zu verletzen wie sie verletzt wurde, brachte sie dazu jeder Streitigkeit und jedem Kampf aus dem Weg zugehen. Wimmernd saß sie in einer Ecke, verkrampft klammerte sich an dem Fresssackfell fest und versuchte auf andere Gedanken zu kommen. Jedoch spielten sich sie Szenen immer und immer wieder vor ihren Augen ab.

Bis sie plötzlich ein lautes Schnauben aus dem „Traum“ riss. Vorsichtig krabbelte sie zum Fenster, um zu sehen was Draußen geschah, der Züchter brachte einen neuen Truter in den Stall. Ein prächtiges Tier, so einen hatte sie zuvor noch nie gesehen. Schnell schaute sie in einem Buch nach um zu sehen was für ein Truter es ist –Orchideen und Ebenholz-Dracotruter-. Nachdem die Stalltür zur Koppel geöffnet wurde, der Truter auf die Koppel stürmte und der Züchter sich aus dem Staub gemacht hatte. Schnappte Sabibi ihren Rucksack stopfte die Kekse hinein und ging zu ihrer Lieblingsstelle an der Koppel. Der neue Truter fegte über die Koppel und schnaubte lautstark. Sabibi war wie verzaubert lies ihre Tasche fallen und setzte sich in das dürre Gras. Der Dracotruter war ein sehr lebhaftes, temperamentvolles Tier. Die kleine Eni wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, machte ihr Tasche auf und knabberte an einem Keks. Durch den Geruch der nun aus der Tasche rauschte, blieb das Tier abrupt stehen und witterte die Kekse, dann lief er gemächlich in Richtung Sabibi und blieb dann erwartungsvoll vor ihr stehen. Überrascht stand sie auf und bemerkte wie groß und kräftig er doch war, daraufhin legte sie ihre Hand behutsam auf seine Schnauze worauf der Truter friedlich schnaubte. „Du möchtest sicherlich meine Kekse haben.“ als ob er sie verstehen würde schnaubte der Truter erneut. Kichernd griff sie in ihre Tasche und fütterte den Dracotruter mit frischgebackenen Keksen. Sabibi verbrachte einige Stunden an der Koppel, als es dunkel wurde ging sie aber in ihre Hütte und kuschelte sich in das Fresssackfell ein um zu schlafen.


*Ende Kapitel 2*


Kapitel 3: Im Gefängnis der Reiterei

Nun stand sie da, vor ihr das große hölzerne Tor der Bibliothek. Mürrisch schaute sie sich um, um sicherzustellen dass ihr niemand gefolgt war und sie ungehindert das Artefakt stehlen konnte. Ein stärkerer Wind kam auf und wehte durch ihre violette Haarpracht. Überzeugt davon, dass sie niemand verfolgte stemmte sie ihr ganzes Gewicht gegen das schwere Holztor um es zu öffnen. Zuerst wurde sie von dem grellen Licht geblendet, doch dann, als sich ihre Augen daran gewöhnt hatten, erschien vor ihr ein gigantischer Raum. Zu allen Seiten türmten sich Bücherregale, gefüllt mit Büchern, Schriftrollen und Artefakten, meterweit in die Höhe. Lange Leitern lehnten sich hier und dort an die Regal an und in der Mitte des Raumes befand sich eine riesige Säule, die bis zur Decke, des von Licht durchfluteten Raumes, reichte und ebenfalls aus meterhohen Bücherregalen bestand. Etliche Bücher stapelten sich bereits auf dem Boden, da scheinbar kein freier Platz mehr in den Stellagen vorhanden war. Sie versuchte sich daran zu erinnern was Oto Mustam zum finden des Artefaktes gesagt hatte, doch bei diesem Anblick war es schwer sich darauf zu konzentrieren. Erstaunt stand Sahpira da und wusste nicht wohin sie schauen sollte, dann wurde sie von einer hellen freundlichen Stimme überrascht „Guten Tag, kann ich ihnen behilflich sein?“ es war eine Eule, diese waren häufige Angestellte in Bibliotheken. Gespannt auf eine Antwort schaute sie die Sadida an. Hatte sie den nicht bemerkt das Sahpira ein Mitglied des brakmarischen Volkes war? „Nein danke, ich möchte mich nur umschauen.“ antwortete sie kurz. Die Eule schloss das Tor und wandte sich wieder dem Sortieren von Papieren hinter dem Tresen zu. -… Artefakt… Schattenwald…- „Ach ja, das Artefakt des Schattenwaldes.“ Ihre Erinnerung kam zurück und so machte sie sich in diesem enormen Gebäude auf die Suche danach…

______________________


An diesem Morgen war Sabibi so glücklich wie noch nie zuvor. Schlüpfte in ihre Stiefel und tapste so schnell wie möglich nach Draußen. Sie war kaum aus der Tür getreten, da schnaubte ihr der Truter schon voller Vorfreude zu, das erheiterte ihre Stimmung noch mehr. Mit erhöhter Geschwindigkeit lief sie nun auf ihn zu und streichelte ihn, als sie angekommen war, mit ihren kleinen, sanften Eni-Händchen über den Kopf, den er gesenkt hatte, sodass sie überhaupt dran kommen konnte. „Ob ich auf dir wohl Reiten lernen könnte?, lässt du das den überhaupt zu?“ wieder einmal schnaubte er verständnisvoll „Oki, ich vertraue dir“, kicherte sie leise. Vorsichtig kletterte sie auf den Koppelzaun aus Eibenholz und erklimmte mit aller Kraft den Rücken des Dracotruters, der wie angewurzelt da stand. Doch kaum hatte sie es geschafft und wollte sich aufrichten, verlor sie das Gleichgewicht und purzelte zur anderen Seite wieder hinunter. Erschrocken schaute der Truter um sich, es sah so aus als wollte er schauen ob sie sich verletzt hatte, aber glücklicherweise war ihr nichts passiert. Sie versuchte es erneut. Und tatsächlich schaffte sie es sich auf den Rücken der Truters zu setzen und auch wirklich oben zu bleiben. „ Hach, das klappt ja schon mal super, ob wir auch mal versuchen sollten zu laufen?“ dann trieb sie ihn mit den Fersen an, doch er blieb stehen. „Ich werd´s schon überleben.“ lachte sie lautstark und versuchte wieder ihn anzutreiben, diesmal mit Erfolg. Behäbig setzte er eine Klaue vor die andere, kaum war er einen Schritt gegangen plumpste die Eniripsa auch schon wieder hinunter. Der Dracotruter schaute sie amüsiert an und sie lachte zurück.

„Das musst du aber noch üben…“ erschrocken drehte sich Sabibi um und erblickte einen Orchideen-Truter, auf dem eine Eniripsa saß, die wohl genau so alt war wie Sabibi. „Hallo, ich bin Avalina.“ teilte sie Sabibi freundlich lächelnd mit. „Heyhey, mein Name ist Sabibi.“ sagte diese als sie rot anlief. „Das braucht dir doch nicht peinlich sein, jeder fängt mal klein an, dir fehlt einfach die Übung. Wie heißt es so schön, Übung macht den Meister, wenn du willst bringe ich es dir bei…“ entgegnete Avalina „…du kannst mich Ava nennen.“ „Du würdest das wirklich tun? Das wäre echt große Klasse.“ die Freude war ihr ins Gesicht geschrieben. „Wenn du willst darfst du auch Bibi zu mir sagen.“ „Ok, ist das dein Truter? Das ist wirklich ein schönes Tier und es scheint dich zu mögen.“ „Nein, leider nicht. Habe ihn hier gestern zum ersten Mal entdeckt und wir haben uns angefreundet, ich wünschte er würde mir gehören.“ gab sie traurig zu. „Och das ist aber schade, vielleicht verkauft ihn der Züchter dir?“ damit versuchte sie Sabibi aufzumuntern doch es half nicht, ihre Gesichtsausdruck wurde immer bedrückter und sie fing leise an zu schluchzen. „Ich habe wahrscheinlich nicht genügende Kamas um ihn zu kaufen, die paar Kamas die ich in der Bäckerei verdiene reichen gerade mal aus um zu überleben. Ich habe Angst davor, dass er irgendwann einfach weg ist, weil der Züchter ihn verkauft hat.“ dann brach sie in Tränen aus. Avalina überkam ein Schuldgefühl, sie sprang vom Truter und nahm Bibi in ihre Arme „Keine Angst, wir werden das schon irgendwie schaffen, selbst wenn wir ihn am Ende stehlen müsste und hör bitte auf zu heulen, das steht dir nicht.“ „Mhm… ich versuche es.“ „ Es wird langsam dunkel, Bibi, ich muss noch etwas erledigen, bist du morgen wieder hier?“ „Ach herje, das habe ich ja ganz vergessen, ich muss auch los. Ja ich bin eigentlich jeden Tag hier.“ „Gut, dann sehen wir uns morgen?“ „Japp, bis morgen.“ „Bis morgen, Tschüss, Bibi.“ „Byebye Ava.“ sie trieb ihren Truter an und spurtete um die Ecke. „Bis dann, mein Süßer.“ Sabibi streichelte dem Truter über den Kopf und machte sich auf zur Bäckerei.


… gefühlte Stunden später fand sie das Artefakt, eine alte staubig Schriftrolle, geschützt durch ein magisches Schild. Zögernd griff sie nach der Schriftrolle und verstaute sie in ihrer Tasche. „Das wolltest du jetzt aber nicht einfach mitgehen lassen, oder doch?“ Sahpira kannte diese Stimme und drehte sich kampfbereit um. „Was willst du schon wieder, Viridis?“ „Force par invisibilité“ und schon war sie verschwunden. Konnte sich aber wieder nicht von der Stelle rühren, da Sahpira schneller war und sie mit Ranken festhielt. „Du glaubst damit schaffst du es mich noch einmal zu besiegen?“ währenddessen wurde sie wieder sichtbar. „Dann muss ich dich dieses Mal wohl endgültig besiegen.“ Die Sadida ging einige Schritte auf die nun wehrlose Sram zu. Doch dann wurde sie schlagartig zurück geschleudert und prallte gegen eine Bücherwand, sie hatte die Fall übersehen. Unzählige Bücher fielen hinab und schlugen hart auf den Boden auf. Die Sram hatte sich bereits von den Ranken befreit und rannte auf die leicht benommene Sadida zu und zückte ihren Dolch, er glänzte verführerisch im grellen Licht des Raumes, gerade als sie zustechen wollte, wich die Sadida aus und wurde an einem Arm gestreift, der rasierklingenscharfe Dolch verletzte sie aber dennoch leicht am Oberarm. Sahpira beschwor eine Ranke schlug Viridis damit gegen ein Bücherregal das durch den Aufprall umfiel und ein schepperndes Geräusch von sich gab. Sahpira rappelte sich auf bastelte eine Opferpuppe, erweckte sie durch einen Voodoo-Zauber zum Leben und warf sie in Richtung Viridis, diese war dabei sich selbst von dem Regal zu befreien. Das Opferpüppchen raste der Sram entgegen und lies sich in unmittelbarer Nähe selbst explodieren. Wodurch die Sram erneut weggeschleudert wurde und rutschte vor Schmerzen stöhnend über den Boden. Die kleine Wunde an Sahpiras Arm blutete ein wenig und nun hatte sie die Gelegenheit sie zu verbinden. Schnell wickelte sie einen Verband drum herum und lief zu der blutenden, reglos am Boden liegenden Sram. Diese schaute entrüstet auf und warf ihren Dolch der Sadida entgegen, dieses ahnend konnte sie die den gefährlichen Dolch jedoch umgehen. „Ich hatte eigentlich nicht vor dich zu töten, aber du hast mir keine andere Wahl gelassen.“ „Du… kämpfst wirklich gut… viel glück.“ eine Träne rollte ich über die Wangen und dann atme zum letzten Mal die frische bontarische Luft ein, bis sie ihre Augen für immer schloss.

Bedrückt schaute sie den unbelebten Körper an, dann nahm sie das laute Knarren des Eingangtores wahr, Sahpira schaute durch die Bücherregale um zu sehen was da geschah. Durch das Tor kam ein großer muskulöser Iop in einer silbernen, glänzenden Rüstung, auf seiner Brust befand sich ein bontarisches Milizabzeichen, das zeigte, dass er ein Offizier war. Auf seine rechte Schulter lehnte er sein Schwert es war unschwer zu erkennen das es ein –Schwert des Teilens- war, ein sehr mächtiges Schwert mit dem nur gute Krieger umgehen konnten. Hinter ihm traten zwei weißhaarige Iopetten in das Gebäude, beide trugen eine weiße Rüstung und hatte jeweils ein weißes Rattenschwert, die typische Waffe der Bonta-Krieger, in der rechten Hand. Die rechte der Beiden war etwas größer als die Andere, sonst könnte man meinen sie wären Zwillinge. Der Iop lehnte sich an den Tresen „Wo ist sie?“ fragte er mit einer sehr tiefen und rauen Stimme. Die Eule saß ängstlich hinter dem Tresen und antwortete mit zitternder Stimme „D…d…da hinten, hin-ter dem Regal m…mit den Landkarten.“ „Danke.“ Dann marschierten die Drei zu Sahpira, diese war sich bewusst, dass sie es mit allen Dreien nicht aufnehmen konnte und beschloss sich nicht zu wehren. Als sie hinter das Regal schauten waren die Drei sichtlich geschockt. Einige Blutflecken auf dem Boden, mehrere hundert Bücher die überall verteilt waren, eine zerfetzte Opferpuppe, ein zertrümmertes Regal unter dem der leblose, blutüberströmte Körper der Sram lag und ein paar tote Ranken. Sahpira stand neben der Sram und hielt ihren Kopf gesenkt, sodass ihre einige Haarsträhnen im Gesicht hingen. „Nehmt sie fest!“ befahl der Offizier den Iopetten. Sie hielten ihre Schwerter kampfbereit und liefen auf Sahpira zu. „Ich werde euch nicht angreifen.“ informierte sie die Zwei. Diese griffen sie hart an den Oberarmen und zogen sie aus der Bücherei. Der Iop nahm die verstorbene Sram hoch und trug sie ihnen hinter her.

In der Miliz angekommen konnte sich Sahpira vor lauter Blicken kaum retten, offensichtlich wusste jeder, dass sie hier war. Die Gruppe betrat das Büro von Amayiro, dem Chef der Bonta-Miliz. „Ist sie das?“ der Offizier nickte nur „Gut, bringt sie in den Kerker, ich kümmere mich später um sie, muss erst ein Urteil für die anderen Brakmarier fällen …“ antwortete er gestresst, dann wurde er plötzlich trübselig. „Ist das mein Mädchen?“ „Ja, Sir, das ist ihre Tocher, Viridis.“ entgegnete der Iop. „Bring sie in das Krankenzimmer, die Krankenschwester wird sie bereit zur Beerdigung machen.“ „Aie, aie Sir.“ Die Iopetten führten Sahpira eine Treppe hinunter, am Ende angelangt sah sie eiserne Gitterstäbe die bis zur Decke reichten, eingeschlossen in dem Kerker saßen mehrere Brakmarer. Eine der Iopetten öffnete das Eisentor, die andere schupste Sahpira rabiat in die Zelle. Danach wurde das Tor verschlossen und sie liefen davon. Sahpira suchte sich eine ruhige Ecke und war froh endlich an einem dunklen Ort zu sein, auch wenn ihr Brakmar lieber als ein Gefängnis gewesen wäre.

*Ende Kapitel 3*


Kapitel 4: Die Telepathie des ungewöhnlichen Tofus

Voller Entsetzen blieb sie vor der Tür der Bäckerei stehen und las was auf dem Schild stand, –Geschlossen-. Fassungslos stürmte sie hinein. Der sonst so mürrische Stutar empfing sie betrübt. „Guten Abend, Meister.“ „Hallo, Sabibi…“ traurig blickte er zu Boden „… ich muss dich leider entlassen… ich schließe meine Bäckerei.“ „A-Aber warum?“ fragte sie ihn verdattert. „Ich werde alt, der Job als Bäcker hat meinen Körper geschwächt, lange halte ich das nicht mehr aus und wir können mit den anderen Bäckereien nicht mithalten…und…“ „Was?“ „… egal…“ er hielt kurz inne „…jedenfalls warst du eine sehr gute Mitarbeiterin, ich danke dir.“ „Danke, was passiert nun mit ihnen?“ „Ich habe eine Stelle in einem Altersheim in Astrub angeboten bekommen… ich möchte das du das hier nimmst.“ Er drückte ihr einen alten, abgenutzten Ledersack in die Hände, sie hörte dutzende Münzen darin klimpern. „Das habe ich über Jahre gespart, da ich nie Kinder hatte, möchte ich, dass du es nimmst.“ „Das ist wirklich sehr nett von ihnen, ich weiß das zu schätzen, aber ich denke nicht, dass ich das annehmen kann.“ „Natürlich kannst du, ich werde es im Altersheim wohl kaum brauchen.“ feixte er. „Stimmt, vielen Dank.“ „Ach ja, hier ist dein letzter Lohn 10kk“ diese stopfte sie in ihre Tasche. „Könntest du mir einen letzten Gefallen tun und entsorgst dieses Tier bitte?“ er streckte ihr seine linke Hand entgegen und reichte ihr einen Mehlsack in dem etwas wild umher zappelte. „Ich habe es entdeckt als es sich über die Vorräte hermachte.“ „Aie, aie Sir.“ skeptisch schaute sie sich den Sack an „Es ist aber nichts Gefährliches oder?“ „Nein.“ antwortete er lachend „ganz und gar nicht, ich muss nun los, vielleicht besuchst du mich ja mal in Astrub.“ „Bestimmt, auf Wiedersehen und eine gute Reise.“ „Danke, auf Wiedersehen.“ Er schluckte einen Rückruftrank und verschwand in einer Rauchwolke.

Sabibi tapste aus der Bäckerei, in jeder Hand trug sie einen Sack. Neugierig wie sie nun einmal war öffnete sie den Mehlsack in dem das „Tier“ war und schaute hinein. Es war ein kleiner gelber Tofu mit einer roten Schwanzfeder, ängstlich zitternd und mit großen Glupschaugen schaute er sie an, doch als er erkannte, dass sie nicht der Bäckermeister war, schoss er aus dem Sack heraus und flog wie wild um sie herum. „Ganz ruhig, ich tu´ dir nichts.“ Sabibi streckte ihre Hand aus, sodass der Tofu landen konnte. Kaum hatte er sich auf der Hand beruhigt, piepte und quietschte er drauf los, als wollte er ihr etwas erzählen. Sie lachte „Was auch immer du mir da erzählen willst, ich verstehe leider nichts.“ Er piepte und schaute sie aufmüpfig an. „Du bist lustig, ich muss aber weiter, du bist in Freiheit, flieg zu deiner Familie.“ Sie setzte ihn auf dem Steinboden ab und lief weiter. Empört flatterte er ihr hinterher. „Du willst also mitkommen…?“ freudig piepte er und hüpfte auf ihre Schulter „… na gut, aber sei brav.“ Dann spazierten sie weiter in Richtung Koppel. Als sie um die letzte Ecke gingen bemerkte Sabibi, dass der Züchter in der Koppel stand und sich um seine Truter kümmerte. „Das ist die Gelegenheit um ihn zu fragen ob er mir den Truter verkauft.“ Sie hastete auf die Koppel zu. „Guten Abend.“ rief sie atemlos. „Guten Abend, junge Lady.“ „Ich wollte sie etwas fragen…“ „Nur zu.“ antwortete er freundlich. „Diesen Orchideen-Ebenholz Dracotruter verkaufen sie den?“ geschockt schaute er die kleine Eniripsa an „Eigentlich wollte ich ihn zum Metzger bringen, er scheint unzähmbar zu sein, hört auf kein Kommando und tritt nach mir, ich habe ihn von einem anderen Züchter erhalten, der ebenfalls Probleme mit ihm hatte. Aber wenn du ihn unbedingt haben willst verkaufe ich ihn dir gerne.“ „Wie viel würden sie denn verlangen?“ „100 000 Kamas inklusive Satteltaschen.“ Sie schaute auf den Lederbeutel den ihr Stutar gegeben hatte -100kk- „Das bist du mir Wert.“ murmelte sie leise vor sich hin. „Was hast du gesagt?“ „Nichts, ich bin einverstanden.“ „Gut, ich gehe in mein Büro und hole die Satteltaschen und das Zertifikat, warte du hier.“ „Ok.“

Einige Minuten später kam der Züchter wieder zurück. „Hier, die Satteltaschen und das Zertifikat.“ skeptisch schaute sie die Satteltaschen an, von denen eine so groß war, dass sie fast hinein passte. „Die sind aber groß, oder ich bin einfach zu klein.“ gab sie lachend zu, der Züchter lachte zurück, dann reichte Sabibi ihm den Lederbeutel, nach dem er hastig Griff. „Schön mit dir Geschäfte zu machen, du kannst dir den Truter aus dem Stall holen, du hast ja Zaumzeug oder?“ „Ehm nein…“ sie griff in ihre Tasche „… aber ich habe hier einige Leinenschnüre.“ Er lachte sie schief an „Ich glaube wohl kaum, dass du ihn damit halten kannst, aber versuch es nur, viel Glück.“ er lachte weiter. „Idiot“ dachte sie sich und stampfte zum Stall, währenddessen knotete sie die Schnüre zu einem Halfter mit Zügeln zusammen. Kaum hatte Sabibi die quietschende Stalltür geöffnet schnaubte ihr der Truter erfreut zu. „Hallo mein Süßer, du gehörst nun mir.“ freudestrahlend schaute er sie an und senkte seinen Kopf, sie legte ihm das Halfter an und er schnupperte vorsichtig an dem Tofu mit der roten Schwanzfeder der immer noch auf Sabibis Schulter saß. „Das ihr Zwei euch ja gut versteht, sonst gibt’s ärger!“ der Tofu schaute den Truter argwöhnisch an und plusterte seine Federn auf um größer zu wirken. Sogleich führte die Eniripsa den Truter aus dem Stall, der ihr ohne weiteres folgte. Sie kicherte als sie aus der Stalltür kam und das verblüffte Gesicht des Züchters sah. „Könnten sie mir eventuell helfen und die Satteltaschen auf den Truter legen?“ „Natürlich.“ stimmte er immer noch verwirrt zu und tat dies dann auch. „Ich weiß zwar nicht, was du mit dem Truter angestellt hast… aber dennoch, hier das Zertifikat und viel Glück.“ „Danke ihnen auch.“ „Ich muss weiter, meine Frau wartet wahrscheinlich schon, Tschüss.“ „Byebye.“ Er schloss die Stalltüren und machte sich auf den Heimweg.

„Du brauchst einen Namen, wie wäre es mit Samir?“ fröhlich schaute er sie an. „Ok, Samir, irgendwo muss ich dich heute unterbringen, die Nacht hat schon begonnen, einen Stall habe ich nicht… Ach… diese eine Nacht darfst du bei mir im Haus schlafen. Ich hoffe nur, dass du nichts kaputt machst…,“ der kleine Tofu piepte eifersüchtig. „… du darfst natürlich auch da bleiben.“ Sabibi brachte ihre beiden neuen Freunde in das Haus und stellte dem Tofu eine Schüssel voll mit Kekskrümeln vor den Schnabel „Guten Appeti-t.“ sie hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, da hing er schon kopfüber in der Schüssel und schlug sich den Magen voll. Samir hatte sich bereits in eine Ecke gelegt und schnaubte zufrieden. Die Eniripsa griff in ihre Umhängetasche und zog einen Keks heraus. „Ich habe natürlich auch noch etwas für dich, lass es dir schmecken.“ Sie streckte ihm den Keks hin, den er mit seiner Schnauze vorsichtig von der Hand nahm und aß. Sabibi gähnte „Ohjjeee… bin ich müde.“ währenddessen stülpte sie sich die Stiefel im Laufen von den Füßen und legte sich zu dem Truter. „Gute Nacht ihr Zwei.“

______________________



„Schatz… hörst du mich? Schatz?…“ sie presste ihre Finger gegen die Schläfen „…Warum antwortest du nicht?“ Sahpira versuchte mit ihrem Mann telepatisch zu kommunizieren, einige Ehrpartner konnten nach mehreren Jahren so miteinander sprechen ohne die Worte dabei laut auszusprechen. Aber diese Art der Kommunikation erforderte viel Konzentration und Kraft, deshalb kann man es nicht all zu oft benutzen und man wird schnell müde davon. „Sahpira?… bist du es?“ antwortete ihr eine Stimme „Nenn… ja Hilfe.“ „Sahpi was ist los?“ die Stimme in ihrem Kopf klang sehr besorgt. „ Auf meiner Mission, ich wurde gefangen genommen. Du musst mich hier rausholen oder wir werden uns wohl nie wieder sehen.“ „Ehm… Gefängnis… Ich bin grade im Umland, ich werde versuchen so schnell wie möglich zu kommen.“ „Aber bitte… sei vorsichtig… die sind im Moment besonders wachsam.“ „Ok, bis dann.“ „Bis dann.“ Geschwächt und müde vom Kämpfen und der Telepathie schlief sie ungewollt ein.

______________________



„Hoffentlich geht es ihr gut.“ Nennxmichxschild kurz „Nenn“ schlich durch die Gassen Bontas und versuchte nicht erwischt zu werden. Mehr als doppelt so viele Söldner patrouillierten in den Straßen von Bonta und teilweise auch in den kleinen Gassen. „Hier oben ist es zu gefährlich ich muss in die Kanalisation. Hier war doch irgendwo ein… Ohppss“ er übersah, dass der Deckel zu Kanalisation offen war und stürzte hinein. Ein paar Meter tiefer fiel er in einen kleinen stinkenden Wassertümpel, jedoch landete er auf etwas weichem. „Ihhhh, na ganz toll.“ Schnell sprang er auf und erstarrte vor schreck. Vor ihm bäumte sich eine große, kräftige Sumpfratte, auf die er gefallen war, auf und fletschte ihre Zähne. Nenn nahm ein düsteres Knurren der Ratte wahr. Ihr brauner Pelz schimmerte rötlich, ihre Augen hatten ebenfalls einen Rotstich. Das Knurren wurde lauter und der Feca sprach einige Wörter, danach baute sich ein magisches Schild um ihn auf. Seine Lippen formten weitere Worte ruckartig kauerte sich die Ratte zusammen und winselte leise. Er hatte eine Glyphe des Infernos beschworen, die sich dann unter den Füßen der Sumpfratten bildete und ihr entsetzliche Schmerzen zufügte. Kurze Zeit später erholte sie sich und stürmte dem Feca knurrend entgegen. Dieser hielt seine Rod Gerse bereits in den Händen. Blitzschnell änderte das Monster seine Richtung und sprang den Feca von der Seite an. Ihre ungebündelte Kraft riss beide zu Boden. Der Tümpel in dem sie nun lagen stank scheußlich, unzählige Knochen zum Teil auch ganze Skelette lagen im Wasser und am Ufer verteilt. Die Ratte schlug mit ihrem kräftigen Schwanz nach dem Feca, doch er war schnell genug einen Zauber zu wirken der die Attacke zurück warf. Dadurch rutschte die Ratte durch das Dreckwasser bis sie schließlich gegen die Kanalwand prallte und winselnd in einem großen Abflussrohr verschwand. Nenn stand auf und zog seine Stiefel aus um das Wasser herauslaufen zu lassen. Plötzlich wurde ihm kotzübel, der Geruch der Ratte und dem Wasser hafteten an seinen Kleidern und ließen sie bestialisch stinken.

Nachdem er wieder in seine Stiefel geschlüpft war, machte er sich auf den Weg. Bei jedem Schritt den er machte ertönte dieser platschende Ton voll gesogener Stiefel. Einige Zeit später fand er den Ausgang direkt neben der Miliz. Er stieg die an der Wand montierte Leiter hinauf und schaute achtsam hinaus. Es war dunkel geworden, so war es für einen Brak perfekt um sich in die Miliz zu schleichen, nachts waren die Bontarianer so gut wie blind. Ganz anders bei den Braks, in Brakmar ist es so gut wie immer dunkel. Behutsam kletterte er aus dem Rohr und schlich sich an der Wand entlang. Als er um die Ecke zum Eingang schaute, sah er zwei Iops die den Eingang bewachten und einen Sacrieur, der Patroullie lief. „Da komm´ ich nicht vorbei.“ Er schlich hinter das Gebäude und fand ein offenes Fenster. Er blickte in ein großes Zimmer, es war die Krankenstation. Ein paar Kerzen erhellten den Raum worin viele Betten standen, außer wenigen verletzen Kriegern war niemand im Zimmer zu sehen. Er ging so leise wie möglich durch das Fenster und schlich durch die Bettreihen um zur Tür zu gelangen. Es war keine richtige Tür, eher ein Türrahmen vor dem ein Vorhang hing. Misstrauisch zog er ein Stück des Vorhanges beiseite und schaute in einen langen Flur. Ein langer hellblauer Teppich bedeckte den Boden, rechts und links waren mehrere Türen und an den Wänden hingen ebenfalls Kerzen. Er folgte dem Flur bis zum Ende, auf seiner linken Seite verlief ein weiterer langer Flur, Rechts von ihm schlief ein Wachmann, der sich gegen den Türrahmen zum Kerker anlehnte. Nenn hustete einmal doch der Wachmann schlief weiter, daraufhin schlich er an ihm vorbei und lief die lange Treppe zum Gefängnis hinunter…


*Ende Kapitel 4*


Kapitel 5: Die Flucht

Sie spürte etwas in ihren Armen liegen, dass vor Angst am ganzen Körper zitterte. Ein leises, tiefes Knurren riss sie aus dem Schlaf. Zögernd öffnete sie ihre Augen und sah den Tofu, der sie erschrocken anpiepte. „Tofu… was ist Los?“ ein erneutes Knurren erschreckte sie nun auch, es klang viel lauter als vorher. Was auch immer dieses Knurren von sich gab kam ihnen immer näher und sie wusste, dass sie hier verschwinden musste. Rasch stülpte sie sich ihre Stiefel über und rannte zum Schrank um das Wichtigste herauszuholen, neben ihr knurrte es erneut, es kam aus dem dunklen, unterirdischen Raum. Der Truter stand bereits neben ihr, sie stopfte alles in die Satteltaschen, genug platz war ja vorhanden. Dann schwang sie sich ihre Tasche um und eilte nach Draußen. Dort bemerkte sie, dass es noch immer mitten in der Nacht war. Ein eisiger Wind zog an ihren Ohren vorbei, nun registrierte sie auch, dass es eiskalt war und fing an zu zittern. Sie beschloss weiter zu laufen und einen Unterschlupf zu suchen.

Mehrere Minuten später fand sie eine alte Scheune, ihr Tor war nicht mehr befestigt und lehnte an eine Wand an, auf dem Dach fehlten einige Ziegelsteine und das ganze Gebilde knarrte als der Wind hindurch fuhr. Die Straßenlampe erhellte den Innenraum, als sie zur Tür hineingingen, dort lagen vereinzelt Heuballen und einige Holzlatten. Sabibi schob die Heuballen zusammen und legte ihr Fresssackfell drauf. Der Tofu landete im Sturzflug darauf und schlief sofort ein. Die Eniripsa beschloss Wache zu halten, zog ihre kaputte Bäckerskleidung aus und räumte alles aus den Satteltaschen, dann legte sie alles neben den Tofu auf die Heuballen. Einen Ortiz, eine Dora Bora, ihren Hammer, einige Heiltränke und Heilutensilien, eine kleine Schatulle, ein Xenaschurz, etliche Schriftrollen und diverse Bücher. All dies hatte sie getragen als sie noch kämpfte, es kostete sie einige Zeit zur Überwindung, dann warf sie sich ihren Umhang über die Schultern und knüpfte ihn zu. Den Xenaschurz band sie sich um ihre Hüfte und nahm ihren Holond vom Kopf, diesen verstaute sie in der linken Satteltasche. Danach setzte sie sich ihre Dora Bora auf und öffnete die Schatulle, daraus nahm sie sich ein Familienerbstück es war ein Ehering von Elya Wood, diesen hatte ihr ihre Mutter kurz vor dem Tod anvertraut. Aus den Büchern riss sie einige Seiten heraus und stopfte diese mit den Schriftrollen zu dem Holond in die linke Tasche. Die Heiltränke und Utensilien packte sie in die rechte Satteltasche. Aus ihrer Tasche nahm sie die Kekse und ein paar Brote, die sie auch in die rechte Tasche steckte. Einen kleinen Lederbeutel mit den 10kk befestigte sie an ihrem Gürtel. Das Halfter ihres Däumlingsklopfers schnürte sie um sich und stecke ihren Hammer hinein. Nun hing er an ihrem Rücken, fest genug um nicht heraus zu fallen aber dennoch griffbereit. Samir legte sich vorsichtig hin und schloss die Augen. Sabibi wickelte sich in das Fresssackfell ein und wartete auf den Tagesanbruch…

______________________


Die Fackeln, die an der Steinwand befestigt waren, beleuchteten die Treppe aus Holzbrettern. Diese brachte Nennxmichxschild hinunter in den Kerker. Unten angekommen, bemerkte er, dass auch der Wachmann hier unten schlief, ein Husten, doch auch dieser Wächter bemerkte nichts. In der Zelle war nur noch Sahpira zu sehen, sie hatte ihn kommen hören und erwartete ihn bereits. „Hallo, ich öffne das Tor und du schaust auf den Wachmann ok?“ flüsterte er ihr zu. „Hallu, ja ich beobachte ihn.“ Nenn schlich an dem Wächter vorbei und nahm die großen, silbernen Eisenschlüssel von einem Nagel der in einem Holzpfeiler steckte, jedoch so, dass sie nicht klimperten. „Mo-oment… ok mach weiter…“ warf die Sadida dazwischen „… er hatte sich bewegt“. Nenn drehte den Schlüssel dreimal herum und zog das Tor wachsam auf, doch vergebens. Als es bis zur Hälfte geöffnet war, gab es ein unüberhörbares Quietschen von sich und der Soldat schreckte auf. „Hey… was macht ihr da?“ er hetzte auf die Beiden zu und zog sein Schwert, ebenfalls ein weißes Rattenschwert. Der Feca sprang auf Sahpira zu, zog sie auf den Boden und umklammerte sie. Dann murmelte er einige Verse und die Beiden verschwanden vor den Augen der Soldaten. Er wusste, dass der Feca den Zauber „Teleportation“ eingesetzt hatte und löste den Alarm aus. Sofort zog er an einem Hebel und die Glocken im Turm der Miliz begannen zu erklingen.

„Sahpira…?… geht es dir gut?“ fragte Nenn besorgt. „Ja… alles in Ordnung.“ antwortete sie zögernd als sie sich um schaute. Er hatte sie beide in die Kanalisation teleportiert. Allerdings nicht in den stinkenden Tümpel, sondern auf den Pfad am Ufer. Flott stand er auf und reichte ihr seine Hand um ihr aufstehen zu helfen. Sofort griff sie danach und er zog sie nach oben. Er gab ihr einen Kuss, dann hielt er ihre Hand fest und zog sie hinter sich her „Ich kenne den Weg, von hier bin ich gekommen.“ „Ach… deswegen riechst du so unangenehm.“ lachte sie. „Ja…, ich bin vorhin in den Tümpel gefallen.“ gab er lachend zu. Zehn Minuten später erreichten sie den Ausgang und kletterten achtsam hinaus. „Nenn?“ „hm?“ „Ich habe eine Idee, hol´ deinen Truter, wir reiten weiter, so sind wir schneller.“ „Mhm.“ nickte er ihr skeptisch zu. Beide pusteten in ihre Pfeifen und vor ihnen tauchten die Truter auf, mit einem Satz sprangen sie auf und preschten der Stadtmauer entgegen. Einige Sekunden später verfolgten sie fünf bontarische Reiter. Sie saßen alle auf Elfenbein-Dracotrutern, durch die Geschwindigkeit flatterten ihre Umhänge im erzeugten Wind und ihre Rüstung glänzte im Licht der Straßenlaternen. Einer von ihnen war der Iop dem Sahpira am Morgen bereits begegnet war. Außerdem waren ein kräftiger Sacrieur, eine Eniripsa, eine zierlicher Osamodas und eine runzlige Enutrof dabei. Jedoch strotzen sie alle vor Kraft und Ausdauer. Die Fünf hetzten Nenn und Sahpi durch die Straßen Bontas bis sie schließlich an der Mauer angelangt waren. Sahpira trieb ihren Truter in ein offenes Holztor eines Wachturmes, Nenn spurtete hinterher. Im Inneren sprangen sie von ihren Trutern ab und ließen sie verschwinden. Sahpira rannte die Treppen hinauf, während der Feca durch einen schmalen Gang, der um die ganze Mauer als Verbindungsstück zwischen die Türme gebaut war, rannte, teilten sich die Krieger auf. Die Eniripsa, die Enu und der Sacrieur folgten Nennxmichxschild, während der Iop und der Osa hinter Sahpira die Treppen erklommen.

Nenn legte eine Glyphe der Lähmung, dadurch blieben die Enutrof und der Sac mehrere Meter zurück und wurden langsamer. Die Eni flog aber über die Glyphe hinweg und holte auf. Abrupt blieb der Feca vor einer offenen Tür stehen, die Eni flog in ihrem Sturmflug fast an ihm vorbei. Er zog sie mit seiner Hand nach unten und beförderte sie mit einem Tritt in den Raum. Ruckartig zog er die Tür zu und schloss sie ab, da der Schlüssel darin steckte. Zornig hämmerte die Eniripsa gegen die Tür „LASS MICH HIER RAUS!“. Nenn rannte ein Stück zurück und stürmte die Treppe des zweiten Turmes hinauf, dicht gefolgt von der Enu, vom Sac war keine Spur zu sehen. Auf der Ebene der Mauer angekommen, rannte er auf die Mauer aus Stein und zog seinen Stecken. Die Enutrof kam schnaufend auf die Mauer gerannt, holte tief Luft und direkt vor Nenns Füßen krachte eine Schaufel in den Boden. Einer der Steine im Boden zersplitterte durch den Einschlag und lies die Mauer beben. Der Feca konnte noch schnell genug ein Schutzschild wirken, sonst hätten ihn die Steinsplitter durchbohrt. Urplötzlich stand der Sacrieur hinter Nenn und fixierte ihn. Die Enu zog ihre Schaufel und rannte auf die Beiden zu. Kurz vor der Schaufel die im Boden steckte sprang sie ab und schlug zu. Nenn konnte seinen Kopf noch rechtzeitig einziehen und durch ein schepperndes Geräusch flog der Sac gegen die Mauer eines weiteren Turmes. Nenn nutzte die Gelegenheit und holte zum Gegenangriff aus, mit ganzer Kraft schlug er die Enu von der Mauer. Betäubt landete sie in einer mit Heu befüllten Karre. Der Sac hatte sich von diesem Schlag bereits erholt und stürmte Nenn entgegen. Mit seinen Füßen voraus flog er auf den Feca zu und verpasste ihm einen heftigen Tritt, sodass Nenn in einige leere Bierfässer krachte die von dem Druck zerbrachen. Er schnappte nach Luft und flüsterte einige Wörter, die ihm für eine bestimmte Zeit Immunität verliehen…

Im ersten Stock des Turmes angekommen blieb Sahpira stehen, der Iop war langsamer als der Osamodas, durch seine schwere Rüstung kam er die Treppen nicht so schnell hoch. Als der Osa die letzten Treppenstufen hinauflief beschwörte er einen Keiler der im Schweinsgalopp auf Sahpira zu raste. Sie floh vor ihm und wurde dann gezwungen vor einer Holzwand stehen zu bleiben. Der Keiler sprang ab und stieß Sahpira in den Magen mit einem lauten Krachen zertrümmerte die Holzwand und die Sadida landete ächzend auf dem steinigen Boden der Mauer. Schnell zog sie eine Opferpuppe aus ihrer Tasche, erweckte sie zum Leben und schmiss sie dem Keiler entgegen. Dieser wollte Ausweichen doch die Puppe explodierte so schnell das der Keiler von der Mauer gestoßen wurde und einige Gesteinsbrocken mit ihm in die Tiefe fielen. Sahpira wirkte aggressive Ranken die den Osamodas völlig einhüllten. Einige Sekunden später verschwanden sie wieder und der ohnmächtige Körper des Osamodas sackte in sich zusammen, durch seinen zierlichen Körperbau hielt er nicht besonders viel aus. Nun war auch der Iop schon eingetroffen. Sein Schwert hielt er in Angriffshaltung vor seinem Körper. Er blickte kurz zu dem Osa, dann schritt er übelgelaunt auf Sahpira zu, diese wusste dass sie diesen Kampf nicht umgehen konnte und zog ihren Stecken. Sie nahm Anlauf und rannte dem Iop entgegen dieser schlug mit seinem Schwert auf die Sadida ein, diese parierte die Schläge mit ihrem Stecken. Mit einem kräftigen Hieb schlug er auf den Stecken, jener brach durch die Kraft des Schlages entzwei. Entwaffnet rannte Sahpi in den Turm und stürmte die Treppen in den zweiten Stock hinauf. Sie beschwor ihren Truter, entnahm einer Satteltasche ihr Schwert und ließ den Truter wieder verschwinden. Die Klinge des Drachei-Schwertes war in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Der Iop kam an und holte erneut aus, schmetterte ihr sein Schwert entgegen, sie wehrte den Schlag ab und schlug selbst zu. Die Schwerter krachten donnernd ineinander und kreuzten sich. Die beiden Kontrahenten stemmten sich gegen die Schwerter, doch der Iop gewann und schlug Sahpira in eine Ecke des Turmes. Schwindelig saß sie in der Ecke und rang nach Luft. Mit hämmernden Schritten ging er auf die Sadida zu und zog sie an ihren Haaren zurück auf ihre Füße. Mit seiner Pranke griff er sie an ihrer Kehle und drückte sie gegen die Wand. Sie senkte ihren Kopf „War… das schon alles?“ ihre Miene verdüsterte sich und er blickte sie perplex an. Ranken zogen ihn von ihr Weg, er wehrte sich, doch es wurden immer mehr und umschlangen ihn, bis er schließlich vollkommen eingehüllt war. Schlagartig zwang eine Druckwelle Sahpira in die Knie und Rankenfetzen wurden wie von einer Explosion getroffen durch die Luft geschleudert. Der Iop war ebenfalls auf den Knien und hielt sich an seinem Schwert fest, dieses steckte im Steinboden, alle Steine um das Schwert herum waren zersplittert, nun war sich Sahpira sicher das er „Iops Wut“ gewirkt hatte. Es ist einer der mächtigsten Zauber in der Welt der Zwölf und kostete dem Iop alle Kraft die er hatte, erschöpft brach er zusammen und lag Bewusstlos auf dem Boden. Erfreut über ihren Sieg schnitt sie das Offizierszeichen ab. „SAHPIIII…“ erschrocken drehte sie sich um und schaute aus einem Fenster des Turmes.

Nenn führte mit dem Sacrieur einen heftigen Kampf, nun als seine Immunität verschwand nutze der Sac die Chance und zückte seine Schwert, die Sonne ging langsam auf und so glitzerte das Schwert im Licht der aufgehenden Sonne. Durch den letzten Schlag des Sacris hatte der Feca seinen Stecken aus den Händen verloren und stand nun unbewaffnet und in die Enge getrieben an einer Wand des Turmes. Sahpira eilte die Treppe herunter und stürmte auf die Mauer. „HEY!“ brüllte sie dem Sac entgegen. Er ignorierte sie und schlug Nenn mit einem Tritt von der Mauer. Sahpira schluckte und hielt einen Moment inne. Er rannte auf sie zu, mit Ranken versuchte sie ihn aufzuhalten, doch diese behinderten ihn nicht. Mit seiner ganzen Kraft schlug er zu, sie blockte den Schlag und durch den Zusammenprall der Schwerter flogen einige Funken. Er prügelte weiter auf sie ein, sie wehrte sich so gut sie konnte, doch dem letzten Schlag konnte sie nicht blockieren, versuchte auszuweichen und bekam den harten Tritt der Sacs zuspüren. Mit einem lauten Scheppern krachte sie durch die Holztür des Turmes. Die Adern des Sacrieurs pulsierten und es war mühelos zu erkennen, dass er sich in einer Raserei befand. Nennxmichxschild klammerte sich an der Kante er Mauer fest und zog sich mit aller Kraft zurück auf die Mauer, der Sac bemerkte nichts, sein tödlicher Blick war nur auf Sahpira gerichtet. Der Feca schlich sich an den Sac heran und schlug ihn mit seinem Stecken. Unbeeindruckt lachte er und konzentrierte sich weiterhin auf Sahpira. Nenn beschwor eine Flammiche und lenkte den Sac durch das Brennen auf der Haut ab. Sahpi nutze die Chance und beschwor besänftigende Ranken, diese waren stark genug um den Sac einige Zeit festzuhalten. „Sahpi… wir müssen hier weg, es kommen noch mehr Soldaten.“ schrie der Feca der Sadida zu und zeigte auf die Straße. Beide hasteten die Treppenstufen hinunter, beschworen ihre Dracotruter und sprangen im Rennen darauf. Glücklicherweise war das Tor offen und sie konnten auf die Felder Canias stürmen. Mit einem Affenzahn ritten sie dem Sidimot-Gebiet entgegen.

______________________


Langsam wurde es hell und Sabibi machte sich mit ihrem Truter und dem Tofu auf den Weg zur Koppel, Avalina wartete bereits. „Guten Morgen Sabibi.“ rief sie ihr lächelnd zu „Guten Morgen Ava…“ Sabibi winkte ihr zu, „…schau mal… der Truter gehört nun mir, ich habe ihn gestern Abend gekauft.“ „Herzlichen Glückwunsch… ehm… wie hast du ihn bezahlt.“ Fragend schaute sie Bibi an „Lange Geschichte…“ „Ich hab Zeit.“ „Hmm… ok.“ Sabibi erklärte ihr wie sie ihn gekauft hat und warum sie nicht Zuhause geschlafen hat. „Möchtest du mit zu mir kommen? Ich habe noch genug Platz, komm mit.“ Sabibi nickte stumm und folgte Avalina.

*Ende Kapitel 5*


Kapitel 6: Die Schatten

Ein kleines Haus, das von einigen Pflanzen umwachsen war, fesselte Sabibis Blick. „Hier sind wir, fühl dich wie Zuhause.“ entgegnete Avalina. „Vielen Dank, Ava.“ antwortete Sabibi. Ava öffnete die Tür und lies Sabibi eintreten, währenddessen brachte sie die Truter in den Stall. Der Tofu flatterte gutgelaunt neben Sabibi her und versuchte der Eniripsa wieder einmal irgendetwas zu erzählen. Diese setzte sich auf einen kleinen Hocker und schaute sich um. Es war ein kleines Haus und schien nur aus einem einzigen Raum zu bestehen. Eine kleine gut gepflegte Küche, ein kleines Bett, darauf lag ein Kissen und eine Decke aus Fresssackwolle und Kanigrouhaaren. In der Mitte des Raumes posierten ein hölzerner Tisch aus Kastanienholz und drei kleine Hocker die aus verschiedenen Hölzern bestanden. Außer ein paar heruntergekommenen Schränken und mit Büchern und Schriftrollen überfüllten Regalen war in dem Raum nicht mehr zu sehen. Plötzlich riss jemand die Tür auf „Sabibi… kommst du? Ich wollte dir doch Reiten beibringen.“ scheinbar war Avalina immer gut gelaunt, Bibi die immer noch in Gedanken über das Knurren versunken war nickte und lief Ava hinterher. „Bibi, du hast gar kein Sattel, dann muss ich es dir wohl ohne beibringen.“ sagte Avalina erneut kichernd. Sabibi lächelte zurück „Ja, ich habe keinen Sattel bekommen, nur die Satteltaschen.“ Der Truter stand sichtlich erfreut in der Koppel und beobachtete sie. Der Tofu hatte es sich auf Avalinas Schulter bequem gemacht und lies sich tragen. Sabibi kletterte durch den Zaun in die Koppel und stellte sich neben den Dracotruter. „Dann steig mal auf. Das kannst du ja schon.“ zwinkernd wedelte sie mit der Hand und Sabibi erklimmte den Truter auf ihre eigene verrückte Art und Weise. Fast schon verkrampf klammerte sie sich fest um nicht herunter zu fallen. „Da der erste Fehler, mach` dich locker, so fällst du doch erst recht runter.“ Bibi schaute Avalina skeptische an und versuchte sich zu lockern. „Na also geht doch. So und nun stupst du ihn einwenig mit deinen Fersen an. Zögernd lief er los und Sabibi schaffte es tatsächlich oben zu bleiben. Voller Freude riss sie ihre Arme in die Luft, „O-oho…“ mit einem lauten *Plllopppp* fiel sie in den Sand und lachte lautstark, Avalina lachte zurück und auch der Tofu schien sich zu amüsieren. „… ich sollte mich doch besser festhalten.“ „Ja…“ kicherte Ava „… später wenn du mehr Übung hast, geht das auch ohne festhalten.“

Sie übte es einige Stunden und schaffte es dann auch freihändig im Schritt und Trab zu laufen. Sie hatte schon öfters gesehen wie die Truter in vollem Galopp über die Wiese preschten und wollte es ausprobieren. Sie stupste ihn erneut mit den Fersen „Los Großer gib Gas.“ Scheinbar hatte er auf diesen Moment gewartet und stürmte los. „BIBI…“ Avalina schrie verzweifelt, doch auf wundersame Weise schaffte Sabibi es auf dem Dracotruter sitzen zubleiben. Nachdem sie einige Runden gedreht hatte bremste sie ihn ab und blieb vor der erschrockenen Ava und dem Tofu stehen. Ein Grinsen machte sich auf Sabibis Gesicht breit und sie begann zu lachen. „Ehm… Bibi… wow… das war wirklich super. Dein Truter ist sehr schnell, so schnell habe ich noch keinen Truter rennen sehen. Ich glaube du kannst nun gut genug reiten, mit ein bisschen mehr Übung, wirst du auch noch sicherer.“ „Danke für deine Hilfe Ava.“ „Gern geschehen.“ Sabibi führte ihren Truter zurück in den Stall und ging dann zusammen mit dem Tofu mit der roten Schwanzfeder und Avalina zurück ins Haus. Die beiden Eniripsen zauberten ein Essen aus Fresssackkeulen, Reis und Schalatblättern auf den Tisch, der Tofu bekam etwas Reis. Sabibi biss ein Stück ihrer Keule ab „Avalina, erzähl doch mal etwas über dich.“ sie kaute darauf herum und schluckte es hinunter. Ava die gerade einen kräftigen Schluck Bier trank begann zu erzählen „Früher war ich ein Mitbürger Bontas, dort lebte ich zusammen mit meinem Mann Alfray, eines Tages wurde er jedoch ermordet, doch die Miliz kümmerte sich nie darum es aufzuklären. Daraufhin beschloss ich nach Brakmar zu gehen. Allerdings bin ich kein Brak, ich wohne nur hier und agiere für Brakmar als Spion in Bonta.“ „Wie wurde dein Mann den getötet?“ „Ich weiß es nicht genau, zu der Zeit habe ich noch als Kellnerin gearbeitet, als ich nachts nach Hause kam lag er regungslos auf dem von Blut getränkten Teppich, seine Truhe mit vielen Wertsachen war leer geräumt.“ „Hmm… ich verstehe… tut mir sehr Leid…“ „Schon ok… es ist schon mehrere Jahre her.“ Bibi erzählte Avalina etwas über den Mord ihrer Familie als ein greller Schrei sie Beide hochschrecken lies. Der Tofu erschreckte sich ebenfalls und versteckte sich in Sabibis Tasche aus der er ängstlich herausschaute.

Die Beiden ließen ihre Gabeln fallen, rannten zum Fenster und schauten hinaus. Es war bereits abends und die Dämmerung brach an. Ein aus Blut gezeichneter Totenkopf markierte die Tür des Hauses gegenüber. Um die Ecke des Hauses huschte ein Schatten entlang. Sabibi riss ihren Hammer aus der Halterung dann flüsterte sie zu Avalina „Ava, mach dich kampfbereit.“ Diese nickte und spurtete zum Schrank, rüstete sich aus und eilte wieder zu Sabibi. „Hast du es auch gesehen?“ fragte Bibi konzentriert aus dem Fenster schauend „Den Schatten…?“ Sabibi nickte „… ja, denn habe ich auch gesehen.“ Bibi zog ihre Dora Bora etwas tiefer, öffnete Vorsichtig die Tür und schaute sich vorsichtig um. Schnell rannten die sie über die Straße und öffneten die Tür auf der der Totenkopf zu sehen war. Im Inneren der Hütte sahen sie ein grausames Bild, eine Frau, ein Mann und zwei Kinder lagen aufeinander gestapelt in der Mitte des Raumes. Das Blut strömte noch immer aus ihren Körper und sammelte sich in einer Pfütze unter ihnen, dieses war auch überall im Rest des Raumes verspritzt. Alle Schranktüren waren aufgerissen und die Regale umgeworfen. Avalina rollte eine Träne über die Wange als sie versuchte eines der Kinder wieder zu beleben, doch es half nicht, auch die anderen waren nicht mehr zu retten. Betrübt blickte sie zu Boden, ihre Tränen tropften auf den Boden „WER… wer tut so etwas nur.“ Sabibi erinnerte dieses Szenario an die Ermordung ihrer Familie, in Gedanken versunken blickte sie die Leichen an. „Die Schatten…“ murmelte sie vor sich hin „Was? Hast du etwas gesagt.“ Ihr Ton wurde lauter „… die Schatten… sie sind wieder unterwegs.“ „Wer sind „die Schatten“?“ fragte Avalina ängstlich um sich schauend. „Ich erkläre es dir auf dem Weg…“ „Wohin?“ „… siehst du dann, Sattel deinen Truter wir müssen los.“ Avalina nickte Sabibi etwas verwirrt zu und die Beiden schlichen schnell in den Stall, Avalina musste ihren Truter noch Satteln, da Sabibi keinen hatte saß sie bereits oben und öffnete das Scheunentor. Sie stürmten aus dem Stall und galoppierten in die Richtung in die der Schatten gegangen war. Es war eine kleine Gasse, sie war grade breit genug, dass die Truter hindurch gehen konnten. Am Ende der Gasse wurde der Weg etwas breiter und endete dann in einer großen runden Sackgasse. Mehrere Bierfässer und Mehlsäcke stapelten sich am Rand, doch mehr war hier nicht. Die beiden Enis trieben ihre Truter näher zusammen. Erneut hörte Sabibi dieses Knurren in der Nacht zuvor. Als das Knurren lauter wurde hörte es auch Avalina. Avas Knie zitterten vor Angst und sie schaute sich hektisch um. Langsam wurde auch Sabibi etwas nervös und ein Schatten huschte hinter einem Bierfass hervor. „AVA LAUF!“ das ließ sich Avalina nicht zweimal sagen und stürmte den Weg wieder zurück. Bibi konnte die Gestalt nicht genau erkennen, sein dunkler Umhang verdeckte sein ganzes Gesicht und er schoss im Zick-Zack auf sie zu. „BIBI KOMM!“ schrei Avalina panisch vom anderen Ende der Gasse. Mit einem kleinen Dolch in der Hand blieb die Gestalt vor Sabibi stehen und sie konnte das Grinsen in seinem Gesicht erkennen. Sie holte mit ihrem Hammer aus, doch sie viel vom Truter herunter, dieser blieb wie geschockt stehen und konzentrierte sich auf den Schatten. Bibi holte erneut aus und schlug nach dem Schatten, dieser wich mit geschmeidigen Bewegungen zur Seite und schoss wieder auf Sabibi zu. Sie versuchte zu fliehen, doch mit ihren kleinen Enifüßen war sie nicht besonders schnell. Der Schatten holte mühelos auf und schlug mit dem Dolch auf Sabibi ein. Eine eiskalte Hand hielt sie vom Rücken aus an der Kehle fest und sie spürte den Dolch der ihren Rücken durchbohrte, doch komischerweise tat es ihr nicht weh. Dann durchfuhr die plötzlich diese eisige Kälte, sie schrie von den Schmerzen gequält und sank in die Knie. „BIBI…“ sie hörte ein erneutes Schreien. Langsam sank sie in die Ohnmacht. Sie hörte ein dumpfes Geräusch als ob jemand von einem Truter oder Gegenstand herunter sprang. Kurz vor der völligen Bewusstlosigkeit spürte sie einen weichen Pelz und warme Hände die sie auf einen Truter hoben. Sie fühlte sich sicher und schloss ihre Augen.

Nach einiger Zeit öffnete sie ihre Augen wieder und war umgeben von einem hellen Licht und Raum. War sie tot? „Och Nehra sei Dank… Bibi du bist wieder wach.“ Nun erkannte sie, dass sie im Krankenhaus war. Avalina sah sie besorgt an „Wie geht es dir?“ zögernd und mit leiser Stimme antwortete sie. „Ehm… ich denke ganz gut.“ Am Fenster erblickte sie einen Pandawa, er trug eine blaue Hose und schaute hinaus. Avalina sprach weiter „Du hattest Glück, dass er dich gerettet hat, einige Minuten später und du wärst verblutet.“ Er hatte es gehört und ging auf Sabibi zu. Freundlich gab er ihr seine Hand „Hallo, ich bin Todu.“ zögernd griff sie nach der Hand und schüttelte sie zur Begrüßung „Hallo Todu… ich bin Sabibi, vielen Dank für die Rettung.“ Seine Augen strahlten als er ihr zunickte, dann wandte er sich wieder dem Fenster zu. Eine Cra betrat das Zimmer „Oh… du bist aufgewacht, soweit ist alles in Ordnung mit dir, ruh dich noch einwenig aus, dann kannst du morgen früh wieder nach Hause. Glücklicherweise haben die Dolche keinen großen Schaden innerlich angerichtet. Es wird vielleicht öfters Weh tun, aber als Eni weißt du dir ja zu helfen.“ Sabibi war müde, nickte und schlief wieder ein.

Am nächsten Abend ging es ihr schon deutlich besser, sie hatte sehr lange geschlafen, und als sie aufwachte saß der Panda neben ihr „Guten Abend, Kleine.“ „Guten Morgen… Großer.“ er lachte „Es ist bereits abends, wie geht es dir?“ „Besser.“ „Die Krankenschwester hat gesagt du kannst gehen.“ sie nickte und richtete sich auf „AUAaa.“. Todu stand auf und trug Sabibi auf seinen Armen nach draußen. „Danke… ich kann alleine laufen.“ fauchte sie ihn an und wollte nach unten, wieder lachte er und hielt sie fest „Ich will nicht dass du dir wehtust. Avalina wartet im Stall.“. Gegen den kräftigen Panda hatte sie keine Chance und ließ sich tragen. Der Tofu schoss aus dem Stall heraus und flatterte voller Freude um Sabibi herum. Erschrocken kreischte sie „Wir müssen los…“ „Wohin?“ fragte der Panda verwundert. „…die Schatten los kommt.“ der Schmerz war vergessen und sie lies sich von Todu auf den Truter heben. „Danke.“ Die anderen beiden standen auf und die Drei ritten los.

*Ende Kapitel 6*


Kapitel 7: Die Zusammenführung

Der Ritt war lange und unbequem, Sahpira und Nenn waren im Sidimot angekommen, dort stand ein brakmarischer Wächter, Nenn wollte wissen wie die Lage zwischen Bonta und Brakmar war, doch der Wächter antwortete nur mit „Im Moment ist alles ruhig.“. Die Beiden ritten weiter, die wunderschöne Cania-Ebene mit den grünen Feldern und Wiesen und den prächtigen Tieren lag hinter ihnen, das Sidimot-Gebiet war das reinste Gegenteil. Große Felder aus Asche, vertrocknete Bäume, abgehungerte Kreaturen die alles fraßen was ihnen vor die Schnauze lief. Früher gab es hier viele Schlachten und Kriege, doch seit einiger Zeit war es langweilig geworden. Ab und zu einmal schleichen bontarische Spione umher, aber diese stören kaum. Sie trieben ihre erschöpften Truter weiter und kamen zur Front Brakmars, große Lavaströme durchqueren die Front öfters findet man kleine Brücken aus Holz, die provisorisch mit dem Boden befestigt sind. Die Stadtmauer war mehrere Meter hoch und aus massiven Steinen und Erzen. Mehrere Türme die aus der Mauer ragten, waren mit Bogenschützen besetzt die Ausschau halten sollen. Das riesengroße Tor aus Holz und Metal war verschlossen, das war ungewöhnlich, als sie kurz davor anhielten läutete eine Glocke und ein muskulöser brakmarischer Sacrieur trat aus einer Tür. „Guten Abend.“ Sahpira und Nenn stiegen respektvoll ab, an seinem Abzeichnen bemerkten sie, dass es der Heerführer Brakmars war, und antworteten gleichzeitig, nahezu synchron „Guten Abend, Sir“. „Euere Abzeichen, bitte.“ Nenn hielt es ihm zuerst hin, der Sac schaute es sich an dann erlaubte er Nenn einzutreten. Die Sadida gab es ihm nun auch, er schaute es sich auch an, dann wurde sein Ton ernster „Hmm, Sahpira… du warst auf einer Mission?“ Sahpi nickte etwas verwundert, der Sac verschränkte die Arme „… wie ich hörte hast du die Tochter Amayiros auf dem Gewissen.“ Sie senkte ihren Blick „Ja, Sir.“ Er gab ihr das Abzeichen zurück und lachte „Gute Arbeit… sie war uns seit längerem ein Dorn im Auge. Du darfst auch eintreten.“ Erleichtert lief sie los und blieb dann doch wieder stehen. „Sir?“ „Ja?“ „Warum die Kontrolle? Normalerweise wird das Tor zwar auch bewacht aber zu ist es nie. Und kontrolliert wurde ich hier auch seit langem nicht mehr.“ Fragend schaute sie ihn an. „Ich habe gewusst das irgendwer danach fragen wird, aber sagen wir es so… es fanden mehrere Morde statt.“ „Wer war es?“ Sahpira wollte wie immer alles ganz genau wissen. „Das darf ich ihnen leider nicht sagen.“ Die Sadida murrte leise dann schwang sie sich auf den Truter, das Tor öffnete sich und Nennxmichxschild und Sahpira ritten hindurch.

„Ich würde zu gerne wissen was genau passiert war, irgendetwas verschweigt der uns doch, wegen normalen Morden wird die Stadt eigentlich nicht geschlossen. Am besten ich schau mal nach.“ „Sahpi… warte doch erstmal ab und beende deine Mission, dann gehen wir nach Hause und ruhen uns aus.“ er wusste das Sahpira am liebsten weiter reiten wollte, doch Nenn sah wie erschöpft sie war und wollte das sie ein wenig zur Ruhe kommt. Sahpira nickte nur und dann ritten sie stumm nebeneinander her. Überall in Brakmar waren Wachposten platziert, einige ritten Patroullie durch die Straßen während andere die Bewohner vor irgendetwas warnten. Sahpira fiel es schwer neben Nenn her zu reiten ohne herunter zu springen und einen der Krieger auszufragen, doch sie schafften es, beide blieben vor der Miliz stehen. Nenn stieg vom Truter ab und half der Sadida herunter. „Sahpi, du gehst rein und erledigst alles, ich geh schon mal nach Hause und koche etwas. Und versprich mir direkt zu kommen…“ Er küsste sie schnell, sodass sie gar nicht widersprechen konnte. „… bis nachher.“ „Hmm.. bis nachher.“ Nenn stieg wieder auf und macht sich auf den Heimweg, während Sahpira die Miliz betrat und alle Blicke ihr neugierig folgten. Oto Mustam wartete bereits auf sie „Guten Abend Sahpira.“ „Guten Abend, Sir…“ Sie schob ihre Hand in die Tasche und zog zehn Bonta-Milizabzeichen aus ihrer Tasche. „… hier sind die Abzeichen um die sie mich gebeten haben.“ sie reichte ihm die Abzeichen, er griff sofort nach ihnen und schaute sie an. Er hob seinen Blick „Gute Arbeit, Sahpira...“ „Danke, Sir.“ „…Ich hatte es zuerst nicht geglaubt, als ich gehört habe, dass du Viridis aus dem Weg geräumt haben solltest, meine Männer hier genau so wenig. Sie hatte uns öfters ausspioniert und wir haben sie nie geschnappt bekommen.“ Sie senkte ihren Blick und murmelte beinahe stumm etwas vor sich hin „… eigentlich wollte ich sie nicht töten, sie war noch so jung.“ Lächelnd schaute er sie an „Hast du etwas gesagt?“ sie blickte auf „Ehm… nein, Sir.“ Erneut griff sie in die Tasche, zog das Artefakt heraus und gab es ihm stumm. „Vielen Dank.“ Er reichte ihr 30kk und nagelte die Abzeichen an eine Wand, alle Soldaten trampelten ihm entgegen um nachzuschauen ob das Gerücht stimmte. Die Sadida eilte aus der Miliz und machte sich ebenfalls auf den Weg nach Hause.

______________________


Todu, Avalina und Sabibi ritten im Schritttempo durch die Straßen und Gassen. Jeder beobachtete die Umgebung genau um ungünstige Überraschungen zu vermeiden. Sie hatten bereits vier Totenköpfe an den Türen entdecken können. Todu und Avalina ritten nebeneinander und folgten Sabibi, die die Truppe anführte. Die Zwei hatten keine Ahnung wohin Sabibi sie führen wird, aber machten sich darüber auch keine Gedanken. Todu zog eine Flasche aus der Satteltasche und nahm einige Schlucke. „Ava, möchtest du auch einen Schluck?“ Er hielt ihr die Flasche hin, misstrauisch griff sie danach und roch vorsichtig daran. „Danke, riecht irgendwie nach nichts.“ Sie setzte die Flasche an, nahm einen Schluck und gab ihm die Flasche wieder. Plötzlich kamen ihr Tränen in die Augen, sie krallte sich mit den Fingern im Sattel fest und ihr Gesicht lief rot an. Todu fing an zu lachen. Avalina hustete und schnappte nach Luft, es sah so aus als würde sie ersticken „SAGMAL…“ sie holte noch einmal tief Luft „… WILLST DU MICH UMBRINGEN? Was ist das den für ein Gesöff.“ Todu nahm verwundert einen Schluck „Ich weiß nicht was für Probleme du hast, das ist doch nur ein bisschen Pandabecks und noch nicht einmal der Hochprozentige.“ lachend schaute er die Eniripsa an, diese hatte noch immer glasige Augen und hustete „Naja… ihr Pandas seit da sowieso etwas unempfindlich.“ Dann begann sie auch zu kichern. Sabibi lachte nicht, sie schaute stur auf die Straße und konzentrierte sich auf die Umgebung. Nach einigen Minuten blieb Sabibi vor einem mit Pflanzen überwuchertem Haus stehen. „Wir sind da.“

______________________


Nenn hatte den Tisch bereits gedeckt als Sahpira zur Tür herein lief. Es war ein großes Haus, es hatte zwei Stockwerke. Im unteren Stockwerk war eine ziemlich neue Küche mit einem großen Tisch und mehreren Hockern, an einer Wand hingen unzählige Waffen, Dolche, Stecken, Schwerter, Äxte und viele andere, zwei große Ledersessel standen vor dem Kamin, einige Regale und Schränke standen gefüllt an den Wänden. An den freien Stellen hingen Bilder oder standen Pflanzen. Eine eiserne Treppe bahnte sich ihren Weg nach Oben, dort stand ein großes Bett mit vielen Kissen aus Feuerfuxpelzen, daraus bestand auch die Bettdecke, die ohne Falten auf dem Bett lag. Einige Schilder hingen über dem Bett, in einem Regal neben der rechten Seite des Bettes saßen sorgfältig platziert, verschiedene leblose Pflanzenpuppen. Ein Teppich aus Blutwolffell lag vor dem Bett. Außerdem ein großer Schrank und auch hier befanden sich Bilder und Pflanzen. Nenn hatte Crocodyll-Fleisch mit seinem speziellen Gewürz angebraten, dazu gab es Kartoffeln und einen Salat aus Kirschen, Erdbeeren, Palmfrüchten und Gelees zum Nachtisch. Sahpira hing ihre Tasche an einen Hacken und setzte sich auf einen Hocker gegenüber von Nenn. Beide fingen an zu Essen und blieben die ganze Zeit über still. Nenn wusste das Sahpira kochte vor lauter Neugierde. Er wollte sie ablenken und fragte freundlich lächelnd. „Hat es dir geschmeckt, Schatz?“ Nenn trank etwas Betnull, ein Trank der einem etwas mehr Energie gibt, um nachzuspülen. Sahpira schluckt den letzten Bissen hinunter, versuchte zu lächeln und antwortete „Ja, es war sehr lecker.“ Schnell räumten sie das Geschirr weg und Nenn zündete das Feuer im Kamin an. Sahpira fing damit an, dass Geschirr zu waschen, sie hatten eine Spüle aus Bronze, das Wasser mussten sie auf dem Herd erwärmen damit man damit wirklich gut waschen konnte. Sahpira nahm aus einem kleinen Schränkchen ein Pulver das Nenn zum Waschen entwickelt hatte. Sie schüttete dies in das warme Wasser und wusch die Teller und das Besteck. Nenn hatte als Kind die Kunst der Alchemie erlernt und konnte viele verschiedenen Tränke und Pulver herstellen. Nachdem sie fertig war, setzte sie sich zu Nenn in einen der Ledersessel und schaute in die blau flackernden Flammen. Ihr Mann saß im Stuhl neben ihr und durchforschte ein Buch der Alchemie. „Blaue Flammen? Wie hast du das hinbekommen?“ Die Sadida schaute den Feca verwundert an, er schaute kurz auf und schmunzelnde „Damit wollte ich dich überraschen, das Pulver habe ich hergestellt, als du auf der Mission warst.“ „Das ist eine tolle Überraschung.“ Nenn spürte das sie es zwar so meinte aber ihre Freude nicht richtig ausdrücken konnte.

Jemand klopfte an die Tür, Nenn hatte es grade erst bemerkt, da stand Sahpira auch schon an der Tür, da sie gedacht hatte es wäre ein Soldat, den sie mit Fragen löchern konnte. „Hallo, Sahpira.“ es war Sabibi. „Ehm… guten Abend Sabibi und ?“ Avalina und Todu stellten sich vor. „… kommt herein.“ Sahpira bat die drei in ihr Haus. Diese begrüßten dann auch Nennxmichxschild der gerade aufstand. „Setzt euch.“ Alle setzten sich um den Tisch. Sabibi und Sahpira lernten sich kennen als sie noch Kinder waren, Sahpira war einige Jahre älter, aber hatte Sabibi früher überall hin mitgenommen. Sahpira schaute Sabibi fragend an „Bibi, was führt dich zu mir?“ „Sahpi… die Schatten… sie sind wieder unterwegs und dieses Mal scheinen sie stärker zu sein als vor ein paar Jahren.“ Sahpira starrte auf den Tisch und dachte nach „Deswegen die Kontrollen an den Toren.“ Avalina wollte etwas sagen, doch ihre Stimmt kratze noch einwenig vom Pandabecks, sie hustete zwei- dreimal „Sabibi und ich hatten gestern eine Konfrontation mit einem der Schatten, es sind sicherlich mehrere, Sabibi wurde von ihm angegriffen, dank Todu ist sie noch am leben.“ Sie erklärten Nenn und Sahpi was geschehen war. Sahpira flüsterte, jedoch so das es jeder der um den Tisch saß hören konnte „Wir wissen so gut wie nichts über die Schatten. Ich kenne da jemanden der uns helfen könnte, doch es wird kein leichter weg.“ Nenn übernahm das Gespräch mit einem strengen, lauten Ton „Es ist spät… wir sollten eine Nacht darüber schlafen, morgen machen wir uns auf den Weg.“ Alle bejahten seinen Vorschlag, Nenn gab den Dreien die Reste des Abendessens, zur gleichen Zeit richtete Sahpira drei Schlafplätze für ihre Gäste und ging ins Bett. Erschöpft warf sie sich in das Bett und schlief ein ohne sich zu zudecken. Nach dem Todu, Sabibi und Avalina gegessen hatten, legten sich auch diese zum Schlafen hin. Nenn räumte die Teller weg und stieg die Treppe hinauf ins Schlafzimmer, er legte sich zu Sahpi ins Bett und deckte sie zu, dann schlief auch er ein.

*Ende Kapitel 7*


Kapitel 8: Der Aufbruch mit Hindernissen

Nennxmichxschild war an diesem Morgen sehr früh aufgewacht, es war noch immer dunkel, so beschloss er das Frühstück zu machen. Als der die Treppe hinunterlief begrüßte Avalina ihn etwas verschlafen. Zusammen machten sie das Frühstück, Nenn kümmerte sich um die Tofuspiegeleier, während Avalina den Tisch deckte und Brot backte. Als das Essen fertig angerichtet war, wachte Todu vom Duft auf und stupste Sabibi leicht an „Sabibi aufstehen, es gibt Essen, Guten Morgen.“ sie versuchte ihre Augen zu öffnen, verschlafen schaute sie ihn an „Guten Morgen.“ Sie schlief gleich wieder ein. Todu hob sie hoch und setzte sie auf den Hocker. Im Halbschlaf saß sie nun da und versuchte ihre Augen zu öffnen. Nenn lief in der Zwischenzeit die Treppe hinauf und gab Sahpira einen leichten Kuss auf die Stirn „Guten Morgen, das Essen ist fertig.“ Sie brauchte einen Moment um aufzuwachen dann folgte sie ihm die Treppen hinunter. Avalina und Todu waren bereits hellwach und winkten Sahpira zu. „Guten Morgen ihr drei.“ Sabibi lehnte sich noch immer verschlafen, jedoch mit offenen Augen, an Todu an und stotterte leise „Guten Morgen.“ Dann ließen sie sich das Essen schmecken. Als Sabibi etwas wacher war fragte sie Todu woher er eigentlich kam. Er war etwas erschrocken über die Frage fing dann aber an zu reden. „Ich bin in Pandala aufgewachsen und lebte dort bis vor einigen Jahren mit meiner Familie. Dann habe ich beschlossen die Welt der Zwölf zu erkunden. Reiste von Pandala nach Astrub, dann durch Amakna in die felsige Ebene Canias und von dort aus nach Bonta. Dann durch das Sidimot und jetzt bin ich in Brakmar. Vorgestern war ich glücklicherweise zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Nach dem Essen räumten sie alle zusammen auf und versammelten sich dann wieder am Tisch. Langsam wurde es hell, hell war es in Brakmar eigentlich nie, aber man merkte doch einen Unterschied. Avalina schaute sich vorsichtig um „Leute, ich denke wir sollten langsam aufbrechen.“ Nenn übernahm mit strenger Stimme das Wort „Avalina du packst die Vorräte und Schlafsäcke zusammen, sie befinden sich in dem großen weißen Schrank, Sahpira und Ich rüsten uns aus und Todu und Bibi ihr macht die Truter fertig, ok?“ alle nickten. „Gut, wir treffen uns danach wieder hier.“

Avalina schnappte sich die Taschen aus dem Schrank und stellte alle Vorräte auf den Tisch, eigentlich war es nur Brot und einige Heitränke, die Nenn gebraut hatte. Außerdem noch einige Fackeln. Sie verteilte alles gerecht auf die fünf Taschen auf und füllte die Wasserflaschen, die sie dann auch in die Tasche packte. Dann rollte sie die Schlafsäcke und Decken zusammen und stellte diese jeweils neben die Taschen. Danach setzte sie sich auf einen der Hocker.
Sabibi und Todu liefen nach Draußen in den Stall, Sabibi schaute auf den Boden „Du… Todu?“ er blieb stehen und schaute die kleine Eniripsa an. Sie schob ihn auf einen Heuballen und beide setzen sich hin. „Ich wollte mich bei dir bedanken.“ „Ach, dass ist schon okay, ich lief ja zufällig vorbei.“ Sie umarmte ihn und gab ihm schließlich einen flüchtigen Kuss, danach fütterte sie die Truter und Todu saß verdattert auf dem Heuballen. Kurz darauf stand er auf, hob Sabibi hoch und umarmte sie. Er flüsterte ihr ins Ohr „Ich wollte mich bei dir bedanken.“ Sie schaute ihn verwirrt an „Wofür?“ schnell antwortete er „Dafür!“ genau so schnell wie die Antwort berührten seine Lippen ihre, sie erwiderte den Kuss und sie küssten sich einige Sekunden, danach kicherten Beide und wurden rot. Ohne ein weiteres Wort zäumten und sattelten sie die Truter zusammen auf.

Sahpira und Nenn räumten den Schrank im Schlafzimmer aus und legten alles auf das Bett. Sahpira fand ihre Sachen schnell und zog sich sich Teile des MuWulf-Sets an. Nenn hatte seinen alten Hut gefunden ein Hut des Crocodyll-Dandee und setzte ihn sich auf den Kopf. „Schau mal Sahpi.“ Sie schaute auf und schmunzelte vor sich ihn „Wenn wir unterwegs sind kannst du ihn ja anziehen…“ sie griff nach einem Geheimnishüter und drückte ihn an seine Brust „… zum kämpfen ziehst du aber lieber den hier an.“ Er hatte seine Setteile mittlerweile auch gefunden und angezogen unter anderem einen Umhang des Minotots. Verwirrt schaute Sahpira sich um „Nenn, weißt du zufällig wo mein Solomonk ist?“ „Hier!“ Er setzte ihr ihn auf. „Ah, danke.“ „Mist, mein Stecken, der ist in Bonta zu Bruch gegangen.“ „Welcher“ fragte der Feca der seine Schuhe fester zuschnürte „der Kelinoast“ antwortete Sahpira sich umschauend. Nenn dachte einige Sekunden nach „Du kannst deine Wurzel Triss nehmen, mit ihr hast du noch nie gekämpft. Ich denke mittlerweile müsstest du stark genug sein um mit ihr umgehen zu können.“ „Hmm ich versuche es."

Beide liefen die Treppe hinunter, Nenn setzte sich zu Avalina an den Tisch und sie schauten sich eine Karte an, die Avalina im Schrank gefunden hatte. Sahpira versteckte ihren Dolch, den Ramougres Einfassmesser, in einem kleinen extra dafür angefertigten Teil in ihren Stiefeln. Danach nahm sie die Wurzel Triss von der Wand, fuchtelte ein paar Mal damit rum und band ihn an ihr fest. Sabibi und Todu kamen nun auch in das Haus und setzten sich zu den Anderen an den Tisch. Sahpira gesellte sich nun auch zur Gruppe, schnappte sich die Karte und rollte sie zusammen „Die werden wir nicht brauchen, mit einer Karte werden wir sie nicht finden. Avalina würdest du sie dennoch einpacken…“ Sahpira reichte Avalina die Karte, diese nahm sie an sich und verstaute sie in ihrer Tasche. Sahpira sprach weiter „… so wie es aussieht haben wir alles gerichtet, dann lasst uns aufbrechen.“ Jeder schnappte seine Tasche und alle gingen zusammen in den Stall. Die Dracotruter waren bereits gesattelt und so musste jeder nur noch seine Tasche befestigen und aufsteigen. Sabibi öffnete das Tor und die ganze Gruppe ritt nach Draußen. Sahpira führte die Gruppe an, hinter ihr ritten Avalina und Nenn, dass Schlusslicht der Gruppe bildeten Sabibi und Todu.

Mittlerweile befanden sich viel mehr Totenköpfe an den Türen und mehrere Karren gefüllt mit kalten, leblosen Körpern fuhren durch die Strassen. Sahpira führte die Gruppe zum Osttor Brakmars, der Ausgang führte direkt in den Friedhof Brakmars. Dort angekommen sahen sie, dass auch dieses Tor verschlossen war, die Gruppe blieb vor einem der Wachmänner stehen und baten um Austrittserlaubnis. Doch er ließ sie nicht gehen „Wir dürfen niemanden mehr hinein oder hinaus lassen, tut mir leid.“ Es war bereits Mittag und die Bogenschützen in den Türmen aßen ihr Mittagessen. Die Gruppe stieg von ihren Trutern ab, Sahpira packte den Wächter am Kragen und drückte ihn gegen das Tor „Du lässt uns gehen oder ich werde persönlich dafür sorgen, dass du heute Abend nicht nach Hause kommst.“ Die anderen Wachmänner bekamen dies mit und rannten auf die Gruppe zu. Nenn und Todu stellten sich vor die Eniripsen. Nenn knockte die Soldaten mit seinem Stecken aus und Todu hielt einen der Wächter fest „Guten Tag.“ Auch an diesem Tag hatte er wieder Mal etwas mehr Alkohol getrunken, durch diesen Hauch sank der Krieger ohnmächtig zu Boden. Avalina und Sabibi schauten sich an und lachten. Als alle Wächter außer Gefecht gesetzt worden waren zückte Sahpira ihren Dolch und drückte ihn dem Letzten an die Kehle „Immer noch der selben Meinung?“ Schweißperlen liefen ihm über die Stirn und er grinste sie an „Ihr dürft hinaus, aber nun habe ich nicht genügend Männer um das Tor zu öffnen.“ Sahpira warf ihn zur Seite „Kein Problem, Todu macht das.“ Sie nahm ihn den Schlüssel ab und schloss das Tor auf, danach stemmte sich Todu gegen das Tor und drückte es auf. Die Gruppe stieg wieder auf und galoppierte aus dem Tor, Sahpira die als Letzte aufstieg warf den Schlüssel dem Wächter entgegen und galoppierte wieder an die Spitze. Die Gruppe preschte dem Friedhof entgegen.

*Ende Kapitel 8*


Kapitel 9: Eine neue Bekanntschaft

Avalina war sich sicher. Hier wollte sie so schnell wie möglich raus. Jedes Mal wenn sie das Klappern der Knochen der Chafer oder die leisen Gebete der Geister hörte zuckte sie zusammen und wurde immer nervöser. Sie war schon immer sehr schreckhaft und gerade jetzt als sie daran dachte, dass jeden Moment einer der Schatten auftaucht könnte lies sie erzittern. Doch scheinbar war sie nicht die einzige in der Gruppe der es so erging. Sabibi schien abwesend zu sein. Schweißperlen rollten ihr übers Gesicht und sie blickte ins Leere. Ihre Gedanken wichen nicht mehr von den Schatten ab. Warum tun sie so etwas nur? Und warum vor allen Dingen auf solch eine kaltblütige Weise? Die Gedanken und damit verbundenen Bilder der Tötung ihrer Familie wie die der Bluttat an der Familie in Brakmar ließen sie nicht los. Immer wenn sie an die eisige Kälte, die sie spürte als der Schatten sie festhielt, dachte, lief ihr ein Schauer über den Rücken und in der Wunde des Dolches spürte sie ein entsetzliches Stechen. Auf wundersame Weise griffen die Chafer und Geister die Gruppe nicht an, sie wichen zurück. Nahezu ängstlich schauten sie ihnen hinter her, Todu wusste genau, dass dies auch etwas mit den Schatten zu tun haben muss. Er bemerkte wie still und unruhig die Gruppe hier im Friedhof geworden war. Also versuchte er die Stimmung etwas zu heben und von den Gedanken an die Schatten abzulenken. Todu erzählte einige Iop-Witze, doch außer ihm lachte keiner. Stumm folgte die Gruppe der Sadida weiter durch den Friedhof. Da Sahpira sah wie ungut sich die Gruppe im Friedhof fühlte beschloss sie schneller aus dem Friedhof zu kommen und trieb ihren Truter an.

Einige Stunden später erreichten sie die schmale Brücke zwischen dem Friedhof und der Insel der Dracheier. Das sanfte Rauschen des Baches, über den die Brücke führte, beruhigte die Gruppe etwas. Doch Sabibi war noch immer abwesend und zitterte am ganzen Körper. Also stoppte Sahpira ihren Truter, nachdem sie die Brücke überquert hatten, „Wir machen pause.“ sprang hinunter und setzte sich auf einen Stein. Todu kletterte auf einen Baum um Ausschau zu halten, während Nenn sich zu Sahpi gesellte. Bibi setzte sich vor den Baum und lehnte sich an, Avalina, die sich Sorgen um Sabibi machte, setzte sich zu ihr. Mittlerweile rollten Sabibi Tränen übers Gesicht, erschrocken schaute Sahpira sie an. Auch Nenn und Todu spürten das mit Sabibi irgendetwas nicht stimmte. Avalina umarmte Sabibi sanft „Bibi, was ist den Los?“ flüsterte sie leise. Schluchzend schaute Sabibi auf den Boden „Gestern Nacht… ich hatte einen Alptraum...“ sie holte etwas Luft „… und…“ alle schauten sie neugierig, doch zugleich besorgt an „… ich habe gewusst das ich träume, die Schatten… sie waren überall. Sie… sie hatten euch getötet. Ich versuchte zwar aufzuwachen aber konnte es nicht.“ Sie verstummte einige Sekunden „Ich habe Angst. Angst davor noch mehr Menschen die ich liebe zu verlieren und wieder alleine da zu stehen.“ Todu versuchte sie zu trösten und legte seine Hand auf ihren Kopf „Bibi, uns wird schon nichts passieren.“ er schmunzelte etwas. „Ein paar Schatten können uns doch nichts anhaben, solange wir zusammen bleiben schaffen wir das.“ Sie schaute ihn mit verheulten Augen an „Wirklich?“ „Ja.“ Er wischte Sabibi die Tränen aus dem Gesicht und schaute sich um „Wir sollten weiter gehen, ich habe das Gefühl wir sind nicht alleine hier.“ Der Tofu der es endlich geschafft hatte aus der Tasche zu kriechen, nachdem er dort nun schon einen Tag gefangen war, flog auf die noch immer mitgenommen aussehende Eniripsa und setzte sich leicht genervt piepend auf ihre Schulter. Alle stiegen auf ihre Truter und bahnten sich ihren Weg behutsam durch die Dracheier. Diese knurrten und schnaubten der Gruppe verärgert entgegen. Wahrscheinlich waren sie den Schatten auch begegnet.

Auch hier auf der Insel hatten die Schatten große Schäden angerichtet die Häuser waren zerstört und bis auf die Leichen und Möbel leer geräumt. Todu der das Schlusslicht der Gruppe bildete trabte an der Gruppe vorbei zu Sahpira „Sahpi, was auch immer es ist, es ist näher gekommen. Ich denke wir sollten anhalten und uns kampfbereit machen.“ Sagte er ihr leise um Bibi nicht noch mehr zu verunsichern. „Bist du dir sicher?“ entgegnete die Sadida abergläubisch. Er nickte „Ja… sehr sicher sogar.“ Sahpira wurde lauter „Anhalten, macht euch kampfbereit!“ Sie hielten neben einem großen Gebäude an und stellten sich kampfbereit in Position. Etwas kräftig Gebautes huschte an ihnen vorbei und kletterte auf eines der Hausdächer. Avalina versuchte es zu erkennen, es war eine weiße, kräftige Gestalt mehr konnte sie aber nicht erkennen, da die Sonne sie blendete „Ich glaube nicht das einer der Schatten ist.“ Sagte sie während sie sich ihre Augen rieb. Nenn stimmte ihr zu. Die Kreatur auf dem Dach lief weiter, es trat auf einen der Balken, doch scheinbar war dieser etwas alt oder kaputt. Der Holzbalken gab ein lautes Knarren von sich, dann brach er auseinander. Es wollte sich noch auf einen anderen Balken retten, verlor jedoch das Gleichgewicht und fiel mit einem lauten Scheppern in das Haus. Danach stürmte die Gruppe mit ihren Waffen voraus in die zerstörte Hütte. Das Wesen war unter einem Vorhang vergraben und versuchte heraus zu kommen. Todu war sich sicher, dass so etwas tollpatschiges sicherlich nicht gefährlich sein kann und hob den Vorhang hoch. Die weiße Gestalt entpuppte sich als Iop, seinem Abzeichen nach war er ein bontarischer Iop. Er lachte „Ehmm… ja… Hi.“ Sabibi fiel ein Stein vom Herzen, es war keiner der Schatten. Avalina schien den Iop zu erkennen „Manu, sag mal was machst du den hier?“ Etwas verwirrt schaute er die Gruppe an, auch der Tofu schien ihn zu erkennen und flatterte wild um ihn herum. „Hallo Ava, Amayiro schickte mich nach Brakmar. Ich sollte wegen „seltsamen Morden“ Oto Mustam fragen ob es in Brakmar auch der Fall war. Doch am Tor wurde ich zurück gewiesen und bekam keine Informationen. Deswegen wollte ich durch Amakna wieder zurück, dass Sidimot ist mir einfach zu dunkel. Dann habe euch gesehen und gedacht ich kann euch fragen ob ihr bescheid wisst was da abgeht und warum.“ Nenn schaute Avalina skeptisch an „Können wir ihm vertrauen?“ flüsterte er ihr zu. Sie antwortete schnell „Ja, Manu ist nett, er wird uns nichts tun.“ Langsam rappelte sich der Iop auf, er war sehr groß, muskulös und auch sehr jung „Ich bin Lord-Manu, aber ihr könnt mich Manu nennen.“ Der Rest der Gruppe stellte sich schnell vor. Sahpira lief ihm entgegen „Manu, du kannst Amayiro sagen, dass „die Schatten“ wieder unterwegs sind, stärker als je zuvor. Er wird schon bescheid wissen.“ Sie führte ihn nach draußen der Rest des Teams folgte nur langsam, Sahpira wurde leiser „Und sag ihm bitte eines.“ „Was denn?“ fragte er neugierig „Sag ihm: Sahpira bittet um Vergebung, sie wollte nicht, dass es soweit kommt, Viridis hat nicht locker gelassen.“ Geschockt schaute er sie an „Du? Du warst das?“ Sie antwortete flüchtig „Ja, geh jetzt!“ Er winkte der Gruppe zum Abschied, beschwor seinen Truter und ritt davon.

„Sahpi?“ rief Nenn ihr in den Himmel zeigend zu. „Ich denke wir sollten Rast machen und morgen weiter gehen, es wird langsam Abend im Dunkeln ist es jetzt zu gefährlich.“ „Ja, da hast du recht.“ „Außerdem ist das Haus hier ideal zum Übernachten, die Tür geht noch zu und die Betten sind noch in Ordnung.“ Alle schnappten sich ihre wichtigsten Dinge aus den Satteltaschen und ließen die Dracotruter verschwinden. Danach richteten sie die Betten, aßen etwas und gingen zu Bett. Avalina hielt die erste Nachtwache, schloss die Tür und setzte sich in einen großen leicht zerfetzten Sessel. Sie machte sich noch immer Gedanken um Sabibi, so wirklich gut ging es ihr anscheinend noch immer nicht. Todu der sich ebenfalls Gedanken machte legte sich zu Sabibi, sodass sie nicht alleine war.

Es war mitten in der Nacht als Sabibi sich schweißgebadet auf dem Bett herum wälzte und jedoch zur gleichen Zeit zitterte. Ungewollt trat sie Todu der davon aufwachte. Sahpira hatte es anscheinend schon bemerkt und stand, mit einer Fackel in der Hand, am Bettrand. Todu nahm die um sich schlagende Eniripsa in eine Arme und hielt sie fest „Ich glaube sie hat wieder einen Alptraum und kann nicht aufwachen.“ behauptete Todu. Sahpira schien sehr besorgt zu sein „ Können wir nicht versuchen sie aufzuwecken? Sie scheint sich zu quälen.“ Todu schüttelte sie vorsichtig doch sie wachte nicht auf. Sabibis Wehren wurde immer stärker und panischer. „Ich habe eine Idee, Todu.“ warf Avalina ihm schnaufend, vom Treppen laufen, entgegen. „Welche?“ fragte er sie ratlos „Deinen Alkohol, möglicherweise hilft der, mich hast du damit ja fast umgebracht.“ Skeptische schaute er seine Trinkflasche an „Einen Versuch ist es Wert.“ Langsam flößte er ihr etwas Alkohol ein und es half. Rasch öffnete sie ihre Augen, wehrte sich noch immer panisch und schrie unüberhörbar laut. Todu flüsterte ihr ins Ohr „Alles ist gut Sabibi, wir sind hier.“ Erschrocken vom Schrei stand auch Nenn nun hellwach neben Sahpira und schaute Sabibi verschreckt an. Langsam erkannte Bibi, dass sie nicht mehr träumte und warf sich wimmernd um Todus Hals. „Ich hatte solche Angst… solche Angst.“ Er versuchte sie zu beruhigen „Wir sind hier, Bibi, dir passiert nichts. Leg dich wieder schlafen, ich passe auf dich auf.“ Schluchzend nickte sie ihm zu und schloss ihre Augen. Sahpira löste Avalina ab. Diese und Nenn legten sich wieder schlafen.

*Ende Kapitel 9*


Die neuen Kapitel werden unten weiter geführt.^^

Der Beitrag wurde von Lutzifersfriend bearbeitet: 8 Sep 2009, 16:35
Go to the top of the page  
 
    +  Quote Post
2 Seiten V  < 1 2  
Start new topic
Antworten (20 - 25)
 Lutzifersfrie...
Mitglied Fresssack-Züchter
*
Beitrag 27 Okt 2009, 19:49 | #21
Kapitel 13 is fertig.

Liest das eigentlich noch wer?

Grüßle
Bibi
Go to the top of the page  
 
    +  Quote Post
 kleinerHappen
Mitglied Tanukouï San - Bestrafer
***
Beitrag 28 Okt 2009, 03:52 | #22
Nööö.

Ich verschlinge es! laugh.gif

Lieben Gruß
Xynthia (Die jetzt bestimmt Alpträume haben wird, weil sie nicht bis zum Morgen abwarten konnte.)

Der Beitrag wurde von kleinerHappen bearbeitet: 28 Okt 2009, 03:54
Go to the top of the page  
 
    +  Quote Post
 Ponyhof
Mitglied Arachnophobiker
*
Beitrag 28 Okt 2009, 09:41 | #23
ZITAT
Liest das eigentlich noch wer?
Auf jeden Fall! Das sind immer die Gute-Nacht-Geschichten für meine Kinder. Sie fragen fast jeden Tag, ob es etwas Neues von Tayla oder Bibi gibt.

Bitte mehr!
lg Ponyhoney
Go to the top of the page  
 
    +  Quote Post
 Yyven
Mitglied Scarablattkleingärtner
*
Beitrag 28 Okt 2009, 10:46 | #24
ZITAT
Liest das eigentlich noch wer?


Natürlich wird deine Geschichte gelesen! Nur nicht jeder sagt immer etwas dazu, das ist halt Schade dran. Ich selbst war in letzter Zeit etwas Faul mit Kommentar schreiben. ^^ Sorry dafür.

ZITAT
Auf jeden Fall! Das sind immer die Gute-Nacht-Geschichten für meine Kinder. Sie fragen fast jeden Tag, ob es etwas Neues von Tayla oder Bibi gibt.


Ui, von mir auch? Ich glaube ich muss wirklich mal wieder ein paar Kapitel des Tofumikons veröffentlichen. <3

Wird auch langsam mal wieder Zeit.

Grüße

Tayla
Go to the top of the page  
 
    +  Quote Post
 Lutzifersfrie...
Mitglied Fresssack-Züchter
*
Beitrag 16 Nov 2009, 20:04 | #25
So Kapitel 14 ist draussen mit einem riesen Dankeschön an meinen Beta-Leser Firstlady. *knuddl*

Enjoy it.
Go to the top of the page  
 
    +  Quote Post
 kleinerHappen
Mitglied Tanukouï San - Bestrafer
***
Beitrag 16 Nov 2009, 22:38 | #26
Ohh weh.

Jetzt bekomm ich langsam wirklich Angst. Insbesondere vor Tayla.
Hoffentlich träum ich heut Nacht nicht davon.

Xynthia
Go to the top of the page  
 
    +  Quote Post
  Reply to this topic

 

Vereinfachte Darstellung Aktuelles Datum: 22 November 2009, 10:31